Aachen - Lebenshilfe-Werkstatt: Ein Tag, der in Erinnerung bleibt

Lebenshilfe-Werkstatt: Ein Tag, der in Erinnerung bleibt

Von: Tim Habicht
Letzte Aktualisierung:
Verständnis, Toleranz, Respe
Verständnis, Toleranz, Respekt: 70 Jugendliche aus aller Welt verbringen einen Tag in der Lebenshilfe-Werkstatt. Das Projekt hat es schon mehrfach erfolgreich im Rahmen von „Jugend im Dialog” der Euriade gegeben. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Eine Gruppe von 15 Jugendlichen sitzt in einem Kunstraum der Lebenshilfe-Werkstatt in Haaren zusammen. Es wird ganz offen und ehrlich gesprochen, gemalt und viel gelacht.

Gemeinsam wird ein großes Bild gestaltet, nicht nur auf dem Papier, sondern auch symbolisch. Denn Verständnis, Toleranz und Respekt sind zentrale Themen der Gesellschaft, die 65 Jugendlichen aus der ganzen Welt im Rahmen des Euriade-Projekts „Jugend im Dialog” näher gebracht werden sollen. Das Ergebnis ist beeindruckend: Die Jugendlichen sind begeistert von der Herzlichkeit und Offenheit ihrer behinderten Mitmenschen.

Das internationale Kultur- und Wissenschaftsfestival Euriade bringt Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren aus der ganzen Welt für zehn Tage zusammen und bietet eine „Woche des Dialogs” in der Euregio an. Politiker, Mönche, Unternehmer und eben Behinderte werden besucht. Das Anderssein soll erlebt und erfahren werden. Es geht um Verständnis, Toleranz und Verantwortung.

Bereits zum fünften Mal steht die Werkstatt der Lebenshilfe Aachen auf dem Programm der Veranstalter. Dort arbeiten über 400 Menschen mit Behinderung in verschiedenen Bereichen, wie beispielsweise der Metallmontage, in der Holzwerkstatt oder eben im Kunstraum.

Dass der Tag den Besuchern lange in Erinnerung bleiben wird, ist sofort klar, wenn man in die Gesichter der jugendlichen Besucher schaut. „Das ist bisher der beeindruckendste Tag im Rahmen des Projektes. Hier sind alle einfach super offen und unglaublich herzlich. Ich bin total begeistert”, freut sich die 16-jährige Sophie Pump aus Heinsberg. Die 17-jährige Sophie Bulkaert aus Belgien stimmt ihr zu: „Es ist einfach toll, mit den Menschen hier Kontakt aufzunehmen, sie kennenzulernen und mit ihnen in den Dialog zu treten.”

Über den Besuch freut sich auch Tosh Maurer. Der 21-Jährige ist ein beschäftigter Mitarbeiter mit Behinderung - und Künstler. Seine Bilder sind unter anderem im Europaparlament in Brüssel oder demnächst auch in Berlin ausgestellt.

„Ich finde es immer toll, neue Menschen zu treffen und sie kennenzulernen, das macht einfach Spaß. Alle sind sehr herzlich und freundlich”, sagt Tosh Maurer.Das große Ziel des Projektes ist es, die Jugendlichen offener für ihre Mitmenschen zu machen, ihnen sozusagen den Weg der Anderen zu zeigen.

Professor Dr. Dr. Werner Janssen, Vorstandsvorsitzender der „Stichting Euriade”, spricht das zentrale Thema an: „Menschen sind dazu bestimmt, andere Menschen kennenzulernen. Aber Gemeinschaft zu realisieren, will gelernt sein. Deswegen sind praktische Erfahrungen wichtiger als Wissen aus Büchern.”

Diese praktischen Erfahrungen wollen auch Sophie Pump und Sophie Bulkaert weiter sammeln. Mit strahlenden Augen und voller Freude geht es zusammen mit Tosh Maurer zurück in den Kunstraum. Schließlich gibt es noch sehr viel, über das man sich austauschen kann.
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