Aachen - Lebenshilfe und Wabe definieren Integration neu

Lebenshilfe und Wabe definieren Integration neu

Von: Sebastian Dreher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Seit vielen Jahren bringt die Lebenshilfe Aachen Werkstätten & Service GmbH Menschen mit Behinderungen in eine ihren Fähigkeiten entsprechende Arbeit.

Auch die „Wabe” (Wohnung-Arbeit-Beratung) sorgt sich neben der Hilfe für Haftentlassene, Wohnungslose und Langzeitarbeitslose seit 20 Jahren um behinderte Menschen.

Um bei dem von der Bundesagentur für Arbeit geförderten Projekt „Unterstützte Beschäftigung - Qualifizierung mit Perspektive für Menschen mit Behinderung” teilnehmen zu können, haben die beiden Einrichtungen nun die gemeinsame Bietergemeinschaft „Lewac” gegründet.

„Bislang gab es den Ansatz, die Menschen erst zu qualifizieren, bevor man sie in einen Betrieb schickt”, erklärt Lebenshilfe-Geschäftsführer Norbert Zimmermann. „Das neue Projekt vermittelt Behinderte an Unternehmen und qualifiziert sie dort.”

Dafür zuständig sind Qualifizierungstrainer, die in der Regel eine handwerkliche Ausbildung und eine Zusatzqualifikation für den Umgang mit Behinderten abgeschlossen haben.

Hinter dem neuartigen Ansatz steht natürlich auch der Gedanke, dass die Menschen von den Beschäftigten des Betriebes angenommen und so auf natürliche Weise integriert werden.

Jeder Vermittelte bekommt einen Paten aus der Firma an die Hand, der sie auch bei Betriebsausflügen oder Sportveranstaltungen nicht alleine stehen lässt.

Seit rund einem Jahr läuft die Aktion. 25 Menschen mit Behinderungen arbeiten momentan an ihrer neuen Arbeitsstelle. Unter denen finden sich landwirtschaftliche Betriebe, Bäckereien, Wäschereien, Seniorenheime und sogar ein Reitstall.

„Die vermittelten Personen haben in der Regel eine Lernbehinderung”, sagt Alois Poquett, Geschäftsführer der Wabe. „Sie sind also gut für leichtere Arbeiten einsetzbar.”

Für die Betroffenen ist die Beschäftigung eine Alternative zur Arbeit in einer Behindertenwerkstatt und lässt sie zu einem gewissen Teil am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Die Maßnahme läuft noch bis 2013, wobei die vermittelten Menschen nach zweijähriger Tätigkeiten in den Betrieb übernommen werden sollten. „Wir hoffen, dass wir 30 Prozent der Teilnehmer in ein langfristiges Verhältnis bringen können”, sagt Poquett. „Wir suchen nach wie vor Unternehmen, die sich an dem Projekt beteiligen wollen.”

Für den 10. Dezember ist im Forum M der Mayerschen Buchhandlung eine Fachtagung geplant, bei der Vertreter von Werkstätten, Schulen und Integrationsstätten über das Thema debattieren können.

Das Programm: 9.30 Begrüßung, 10.20 Uhr Projektvorstellung, ab 11.15 Uhr Talkrunden mit AZ-Redakteurin Sabine Rother, 15 Uhr Ende.

An dem Projekt „Unterstützte Beschäftigung” interessierte Unternehmen können sich bei der Doris Ganser von der Lewac melden: ganser@lewac.de , 9686710

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