Lebenshilfe richtet wieder viel Gutes an

Von: Thorsten Karbach
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Die Werkstatt und Service GmbH der Lebenshilfe Aachen eröffnet am 1. Oktober ihre erste Kantine – im „Pentagon“, dem Bürokomplex an der Ecke Borchersstraße/Süsterfeldstraße. Foto: Jaspers

Aachen. Diese Entwicklung ist so ganz nach dem Geschmack von Norbert Zimmermann. Die Werkstatt und Service GmbH der Lebenshilfe Aachen eröffnet am 1. Oktober ihre erste Kantine – im „Pentagon“, dem Bürokomplex an der Ecke Borchersstraße/Süsterfeldstraße.

 „Wir verfolgen damit den Gedanken, Menschen mit Behinderung mehr in die Gesellschaft einzubinden. Wir wollen Begegnungen schaffen, das ist eine gesellschaftspolitische Herausforderung“, sagt Werkstatt-Geschäftsführer Zimmermann. Zehn Menschen mit Behinderung sollen in der Kantine arbeiten, hinzu kommen zwei Köche.

Das „Café Life“ hatte in der Lebenshilfe-Einrichtung letztlich Appetit auf mehr gemacht: Denn das Bistro im Lebenshilfe-Haus an der Adenauerallee läuft bestens, es gehört zum Erfolgsrezept des Hauses, dass Menschen mit Behinderung beispielsweise dem Service ein Gesicht geben. „Auf diesen Erfahrungen können wir aufbauen“, sagt Zimmermann.

Aus der WG in die Kantine

Den Kontakt Richtung Borchers-straße hatte ein ehemaliger Mitbewohner Zimmermanns hergestellt. Was für eine Geschichte! Vor 30 Jahren teilten sie sich als Zivildienstleistende die Bude. 30 Jahre hatten sie nicht voneinander gehört. Mittlerweile arbeitet der ehemalige Mitbewohner bei einer IT-Firma, die just in jenem Bürokomplex sitzt. Die Kantine steht seit Jahresbeginn leer, und besagter Mann erinnerte sich an Zimmermann, dessen Arbeit bei der Lebenshilfe und fragte: Wäre das nicht was für Euch?

Die Antwort fiel eindeutig aus: ja! „Es ist ein wichtiger, richtiger Schritt für uns“, sagt Zimmermann. Die Vorbereitungen laufen, die Werkstatt hat sich in der neuen Aufgabe in dem Haus, dass der Irene-und-Peter-Ludwig-Stiftung gehört, regelrecht verbissen. „Unsere Vision ist es, dort neben der Betriebskantine auch einen Bereich zu schaffen, in dem wir gehobenere Gastronomie für Vorstandssitzungen und Geschäftsessen anbieten können“, erläutert Zimmermann. So oder so wird die gastronomische Seite der Lebenshilfe in neue Dimensionen vorstoßen: Denn der ehemalige Pächter zählte täglich, so Zimmermann, 180 bis 200 Mittagessen – nicht nur für die, die im „Pentagon“ arbeiten (neben der IT-Firma ist unter anderem eine Anwaltskanzlei und die Personalabteilung von „Lambertz“ angesiedelt), sondern auch für Menschen, die in der Umgebung arbeiten und leben. „Das ist eine schöne Herausforderung“, sagt er.

Beschäftigt werden mit Eröffnung der Kantine dann 80 Menschen mit Behinderung in einer betriebsintegrierten oder Außenarbeitsgruppe der Werkstatt. Das entspricht bei 800 Mitarbeitern insgesamt etwa zehn Prozent der Belegschaft des Sozialunternehmens. Und damit eine doppelt so hohe Quote, wie der Landschaftsverband Rheinland vorschreibt: nämlich fünf Prozent. Und auch das ist natürlich ganz nach dem Geschmack von Norbert Zimmermann.

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