Lebensgefährlich: Handyfotos im Sogbereich von ICEs

Von: pol/heck
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Gefährliche Sogwirkung: Ein ICE am Aachener Buschtunnel. Foto: Bundespolizei

Aachen. Lebensgefährlicher Leichtsinn von drei Jugendlichen am Buschtunnel in Aachen beschäftigte jetzt die Bundes- und Landespolizei in der Nähe der Lütticher Straße. Grund für den Einsatz: Die 16- bis 18-Jährigen wollten am Tunneleingang Handyfotos machen - was tödlich hätte ausgehen können.

Durch den Buschtunnel fahren nämlich auch die Hochgeschwindigkeitszüge ICE und Thalys, wie die zuständige Dienststelle der Bundespolizei am Mittwoch betonte. Die durch die enormen Geschwindigkeiten der vorbeifahrenden Züge entstehende Sogwirkung könne sogar Erwachsene mit sich reißen, die den Sicherheitsabstand nicht einhielten. Erst als die Polizeibeamten den drei Teenagern die Zusammenhänge klar machten, wurde ihnen die Gefahr bewusst.

Fehlende Vorsicht an Gleisanlagen ist kein Einzelfall: Erst kürzlich wurden der Bundespolizei in Eilendorf spielende Kinder im Gleisbereich gemeldet. Am Aachener Hauptbahnhof überquerte ein 23-Jähriger die Gleise, um auf den nächsten Bahnsteig zu gelangen.



Auch in Belgien gibt es immer wieder Tote und Verletzte durch unbefugtes Betreten von Gleisanlagen. Die belgischen Eisenbahnen warnen mit einem neuen Schock-Video jetzt vor dem Überqueren von Schienen.

Zu den Gefahren für die Beteiligten kommen noch strafrechtliche Konsequenzen und hohe Geldforderungen: Die oft durch solche Fälle nötigen Gleissperrungen sorgen für Verspätungen und damit finanzielle Schäden bei der Bahn. „Für den Verursacher kann dies empfindliche finanzielle Folgen oder strafrechtliche Konsequenzen bei Gefährdung von Reisenden haben“, hieß es in der Pressemitteilung der Polizei. Der Gesetzgeber sehe hier Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren vor.

Die Bundespolizei appelliert auch an Eltern, Kinder über die Gefahren im Bahnbereich aufzuklären. Bremswege von Zügen können oft kilometerlang sein, die Nähe von Gleisen sei wegen der Sogwirkung generell zu vermeiden. Schienen dürften nur an dafür bestimmten Stellen wie Über- oder Unterführungen überquert werden. Die Bundespolizei ist 24 Stunden über die kostenfreie Hotline 0800-6888000 zu erreichen.

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