Lebendige Klub- und Musikszene: Die Stadt will aktiv unterstützen

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Großer Andrang vorläufig ausgeschlossen: Ruhe bewahren heißt vorläufig das Motto rund um den Musikbunker an der Rehmannstraße. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Eines wurde beim Gespräch zwischen Klub- und Gaststättenbetreibern, Partymachern und Vertretern der Facebook-Initiativen wie „Macht mal Lärm in Aachen“ oder „Erhalt der Aachener Clubvielfalt“ und Vertretern der Stadtverwaltung schnell deutlich: Bei vielen Problemen liegen die Ansichten von Verwaltung und Wirten oder Gästen und Eventmanagern gar nicht so weit auseinander.

Zu dem Gedankenaustausch hatte Oberbürgermeister Marcel Philipp eingeladen, um einen Dialog mit allen Beteiligten anzustoßen, um auszuloten, wo die Stadt noch besser beratend und helfend eingreifen kann oder was für Wünsche und Probleme es konkret gibt

Klar wurde auch, dass nicht alle Klubschließungen und Probleme in einen Topf geworfen werden dürften, hieß es bei dem Dialog. Ist das Problem in der oberen Pont-straße eher die Masse junger Menschen, die sich an Kiosken, Imbissbuden oder „Cocktail-to-Go“-Kneipen mit billigem – teilweise auch hochprozentigem – Alkohol versorgen, um dann lautstark auf der Straße zu feiern, sind es an anderer Stelle verkaufte Gebäude, die abgerissen werden, oder mangelnde wirtschaftliche Mittel, fehlende Konzessionen, nicht ausreichender Brandschutz- und Schallschutz gewesen, die zu Clubschließungen führen oder führten. Und: „Die vorhandenen Konzessionen für eine ‚Schank- und Speisewirtschaft‘ wurden teilweise stark überdehnt“, so Detlev Fröhlke, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung.

Auch wurde deutlich, dass es oft nicht die Klubs oder Partys an sich sind, sondern eher die Leute, die vor der Tür zu viel Krach machen oder auf dem Weg nach Hause. Aber auf das Nichtraucherschutzgesetz oder die gelockerten Ladenöffnungszeiten der Kioske und Imbisse habe man als Stadtverwaltung nur sehr wenig bis gar keinen Einfluss, so der OB. „Wir wollen als Stadt und zuständige Ordnungsbehörde gerne helfen. Doch über einige Gesetze und Vorschriften kommen wir einfach nicht hinweg“, gab Philipp zu bedenken. Aber: „Wir möchten die Clubs auch nicht an den Stadtrand drängen, sondern Wege für ein gutes Miteinander in der Innenstadt finden.“ Ein gutes „Zeugnis“ wurde dem Fachbereich Sicherheit und Ordnung von den Wirten ausgestellt: Das Ordnungsamt sei stets bemüht, zu vermitteln, Kompromisse zu finden.

Erste Ergebnisse gab es auch schon: So soll nun eine Art Kataster angelegt werden, um mögliche Räumlichkeiten und Leerstände für neue Clubs, Eventgaststätten oder Kultur- und Konzerträume zu identifizieren. Jede einzelne Immobilie müsse dann allerdings noch einmal genau auf ihre Tauglichkeit unter die Lupe genommen werden, um nicht an anderen Stellen in der Stadt neue Konflikte zwischen Betreibern, Gästen und Anwohnern zu entfachen. Außerdem wurde ein externer Mediator vorgeschlagen, um zwischen Clubbetreibern und Anwohnern zu vermitteln.

Philipp unterstrich, dass das Gespräch nur der Auftakt der Bemühungen sein kann. Weitere Treffen – auch in kleineren Runden – seien nötig, um die unterschiedlichen Probleme zu lösen. Ein deutliches Signal des Abends von allen Seiten war aber: „Wir wollen eine lebendige, bunte Stadt mit unterschiedlichen Kultur- und Partyangeboten, ohne dabei die Anwohner aus dem Blick zu verlieren und gewisse Spielregeln einzuhalten.“

„Klubs und Kneipen wischen Krach und Kunst“ ist auch Thema eines öffentlichen Diskussionsforums der Aachener Zeitung am kommenden Montag, 17. Februar, 18 Uhr, im Kasino des Zeitungsverlages Aachen, Dresdener Straße 3. Es moderieren die AZ-Redakteure Stefan Herrmann und Robert Esser. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung gebeten unter „az-lokales-aachen@zeitungsverlag-aachen.de“.

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