Lauter Applaus für „Greta“ von den Neuntklässlern

Von: Claudia Heindrichs
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Beachtliche Leistung: Die beiden Schauspieler Carolin Sophie Göbel und Dominik Penschek hatten 16 verschiedene Rollen inne. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Sein Rechtsgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder.“ Dies ist einer der ersten Sätze im Theaterstück „Kohlhaas“, das jetzt vom jungen Grenzlandtheater „Greta“ in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Premiere feierte.

Rund 100 Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe neun, sowie zahlreiche interessierte Lehrer schauten gespannt zu, als Carolin Sophie Göbel und Dominik Penschek die Geschichte um den Pferdehändler Michael Kohlhaas spielten. 16 verschiedene Rollen hatten die beiden Schauspieler dabei inne.

Da staunte auch der ein oder andere im Publikum nicht schlecht, als Göbel in Sekundenschnelle Mimik und Gestik änderte und von der liebenden Ehefrau zum lautstarken Junker wurde. Diese beachtliche schauspielerische Leistung fand leider nicht bei allen Schülerinnen und Schülern angemessene Anerkennung. Immer wieder wurde zwischendurch getuschelt oder gelacht. Die Mehrheit schaute dennoch gebannt zu, wie sich der gutmütige und rechtsbewusste Kohlhaas zu einem verbissenen Rächer entwickelte. Und alles nur, weil er willkürlich um zwei seiner Pferde geprellt wurde und ihm der Rechtsweg keine Gerechtigkeit versprach.

Uwe Brandt, Intendant des Grenzlandtheaters, sieht in der Handlung ganz klare Parallelen zu tagesaktuellen Problemen in der ganzen Welt: „Wieso muss man es so weit kommen lassen, dass man so verbittert einem Ideal oder einem Recht hinterherjagt, dass man letztendlich alles verliert? Manchmal sollte man es ab einem gewissen Punkt einfach gut sein lassen.“

Für junge Leute verständlich

Das Stück, nach einem Text von Heinrich von Kleist, wurde vom Theaterschreiber Michael Miensopust so bearbeitet, dass die klassische, kleistsche Sprache zwar erhalten bleibt, es aber für junge Leute verständlicher ist. Und wer dennoch Probleme mit der Sprache hatte, verstand die Handlung dank der authentischen und emotionalen Darbietung der Schauspieler. Diese erhielten nach gut einer Stunde Rampenlicht ihren verdienten Applaus.

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