Laute Presslufthämmer ersetzen Cello-Klänge

Von: Martina Rippholz
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Schöne Klänge im tristen Treppenhaus: Cellistinnen spielen in der Musikhochschule Aachen derzeit selten. Gestern begann der Aus- und Umbau des Gebäudes an der Theaterstraße. Der Studierbetrieb wurde für die Zeit der Baumaßnahmen in eine Ersatzunterkunft verlegt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Eben noch hallen die schönen Celli-Klänge des „Tango Passionato” von Eduard Pütz durch das triste Foyer, jetzt erfüllt das laute Rattern von Presslufthämmern den Raum. Ein Geräusch-Kontrast, wie er stärker kaum sein könnte, in einem Gebäude, in dem Akustik alles ist.

Im Aachener Standort der Hochschule für Musik und Tanz Köln ist das möglich. Zumindest am Dienstagvormittag.

Denn dort - im Foyer vor dem alten Kammermusiksaal - fällt der feierliche Startschuss für Um- und Ausbau des Gebäudes in der Theaterstraße. Die Sanierung ist Teil des Hochschulmodernisierungspogramms der NRW-Landesregierung. Und die Aachener Musikhochschule ist eines der ersten Projekte, die bis 2015 im Land realisiert werden.

„Im Moment deprimierend”

„Im Augenblick ist dieses Haus deprimierend und tot”, bringt Professor Herbert Görtz, Direktor der Musikhochschule, den aktuellen Zustand auf den Punkt. Denn für die Komplettsanierung wurde das gesamte Gebäude geräumt. Der Studienbetrieb läuft derzeit in einer Ersatzunterkunft, im ehemaligen Arbeitsamt „An den Frauenbrüdern”, weiter. Statt Studenten und Lehrenden bestimmen Bauarbeiter das Bild im Innern. „Damit hier ein neuer Raum für Musik und Inspiration entstehen kann”, sagt Görtz. Doch bis es soweit ist, bis das Haus an der Theaterstraße zu neuem Leben erwachen kann, braucht es noch einige Zeit. Denn es ist viel zu tun.

Anstelle des alten Kammermusiksaals und durch einen zusätzlichen Anbau zum Innenhof hin, entstehen auf drei Ebenen ein Konzertsaal, eine Bibliothek und ein Opernstudio. Doch nicht nur das Innere wird durch die Sanierung aufgewertet. „Vor allem nach außen hin wird das Gebäude endlich augenfälliger werden”, sagt Harald K. Lange vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) Aachen, der knapp sieben Millionen Euro in das Projekt investiert. Was Lange damit meint, erklärt Jochen König genauer. Er ist Leiter der Architekturwerkstatt Aachen, die den Umbau der Musikhochschule plant und umsetzt.

Optischer Blickfang

„Das neue Foyer wird in Zukunft über den Haupteingang erreichbar sein”, sagt er. „Und dieser wird barrierefrei werden und weiter in Richtung Theaterplatz verlegt”.

Diese neue Ausrichtung soll nicht nur ein optischer Blickfang sein. „Dadurch wird auch die Verbindung zwischen Hochschule und Theater gestärkt”, sagt Wolfgang Rombey, Kulturdezernent der Stadt Aachen. Schließlich werde einmal im Jahr eine Produktion der Musikhochschule auf der Theaterbühne aufgeführt. „Durch den Umbau entsteht ein ganz neuer Kultur-Standort in Aachen, der das das musisch-ästhetische Moment der sonst sehr technischen RWTH hervorhebt.”

Auf den neuesten Technikstand

Eine weitere wichtige Veränderung liegt in der Erneuerung der Türen, Wände, Böden und Decken des Gebäudes. „Die Räumlichkeiten werden energetisch und akustisch verbessert und so auf dem neuesten Stand der Technik gebracht”, sagt Architekt König. Mehr Platz, hellere Räume und eine bessere Akustik: Das alles erwartet die Studenten und Lehrenden. Im Frühjahr 2011 soll alles fertig sein. Dann werden die Presslufthämmer - zum symbolischen Spatenstich am Dienstag eingeschaltet - vergessen sein und endlich wieder nur noch die schönen Klänge von Eduard Pütz „Tango Passionato” und anderen Stücken das Foyer der Aachener Musikschule erfüllen.
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