Laschet lotst die Kanzlerin zum Jonastor

Von: Robert Esser
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Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt nach Aachen. Foto: Michael Kappeler/dpa
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Premiere: CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet holt Kanzlerin Angela Merkel nach Burtscheid zum Wahlkampf-Finale – ein schönes Geburtstagsgeschenk für Ulla Thönnissen, die im zweiten Aachener Wahlkreis kandidiert. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt zum Geburtstag von Ulla Thönnissen nach Burtscheid. Zufall. Am Samstag, 13. Mai, einen Tag vor der NRW-Landtagswahl, gibt es für die Union damit gleich mehrere Gründe zu feiern. Die Aachener Landtagsabgeordnete wird 54 Jahre alt – und dem Spitzenkandidaten der NRW-CDU, Armin Laschet, ist es tatsächlich gelungen, die mächtigste Frau der Welt zum Finale des christdemokratischen Landtagswahlkampfs in seine Heimat zu lotsen.

Kein Zufall. Merkel, die sonst auf dem Aachener Marktplatz, zum Karlspreis im Rathaus oder auf dem Katschhof vor der Dom-Kulisse spricht, wird um 11 Uhr auf einer eher kleinen Bühne neben dem Burtscheider Jonastor erwartet. „Ich möchte ihr unbedingt zeigen, wo ich herkomme“, sagt Laschet (56).

Absolute Stimmungshöhepunkte gibt es an dieser Stelle allerdings regelmäßig. Wenn die KG Öcher Spritzemänner (übrigens an einem 17. Februar und damit einen Tag vor Laschets Geburtstag gegründet, allerdings 1962) jedes Jahr am Jonastor mit riesigem Programm Fettdonnerstag feiert (übrigens meist mit der singenden CDU-Europaparlamentarierin Sabine Verheyen), geht hier die Post ab.

Auch dann kommt immer der Prinz. Und mindestens ein Mariechen. So erwartet Laschet, der nach der Wahl am 14. Mai SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ablösen will, auch zum Kanzlerin-Auftritt bis zu 3000 Menschen. „Jeder ist eingeladen“, betont der CDU-Vize.

Am Freitagvormittag traf sich Laschet mit Vertretern von Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und dem Wahlkampfteam, um die Rahmenbedingungen des ungewöhnlichen Veranstaltungsortes auszuloten. „Der technische Aufbau hier ist schwierig, aber es wird funktionieren“, erklärt der Burtscheider. Für seine Heimatstadt Aachen bedeute der Merkel-Besuch zum Wahlkampffinale zudem eine enorme bundesweite Werbung.

„Das Fernsehen wird in alle deutschen Wohnzimmer aus Aachen senden, bestimmt kommt die Hauptstadtpresse, das wird sich niemand entgehen lassen“, freut sich Laschet über den Coup. Insgesamt absolviert die Kanzlerin im NRW-Wahlkampf nur acht Auftritte. Vier in Westfalen, im Rheinland den Landesparteitag am 1. April in Münster, dann Waldbröl und Bad Godesberg – schließlich Aachen. „Sie wird sicherlich mindestens eine Stunde hier sein.

Wenn irgendwie möglich, möchte ich der Kanzlerin auch meine Geburtsstätte, das Marienhospital, und die Pfarrkirche St. Michael zeigen“, erklärt der CDU-Spitzenkandidat. Schließlich sei Burtscheid gerade für Frauen schon 1000 Jahre lang ein zentraler Ort der Macht gewesen. Schon wegen der Äbtissinnen des benachbarten Klosters.

1779 hat übrigens eine Äbtissin auf dem Krugenofen das Glücksspiel eingeführt. Deshalb heißt die Verlängerung der Straße Krugenofen heute nämlich Kasinostraße. Was auch zum aktuellen Auftritt passt. Laschet, Thönnissen und Kanzlerin Merkel setzen in Burtscheid auf Sieg. Man will das aber nicht dem Zufall überlassen.

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