Aachen - Lange U3-Warteliste: Lösung für 332 Kinder gesucht

Lange U3-Warteliste: Lösung für 332 Kinder gesucht

Von: Von Daniel Gerhards
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kindertagesstätte kinder symbol
Schöne Aussichten? Mehr als 1600 Kinder warten ab 1. August auf einen Kita-Platz in Aachen - doch es gibt nur rund 1300 Plätze.

Aachen. Der Bedarf an Betreuung unter dreijähriger Kinder ist riesig. So groß, dass die städtischen Kitas und die Kindergärten in freier Trägerschaft derzeit unmöglich alle U3-Kinder unterbringen können. Aktuell haben Aachener Eltern 1641 U3-Kinder für das kommende Kindergartenjahr ab 1. August angemeldet. Voraussichtlich wird es dann aber nur 1309 freie Plätze geben.

Es fehlen also 332 U3-Plätze. Die Verwaltung möchte nun nach Übergangslösungen suchen, um so viele Kinder wie möglich unterzubringen.

Die geforderte Landes- und Bundesquote erreicht Aachen. Demnach sollen zum 1. August für ein Drittel der unter Dreijährigen Betreuungsplätze vorhanden sein - Aachen erreicht eine Quote von 37 Prozent. Doch das reicht - wie die Anmeldezahlen zeigen - bei weitem nicht aus. Es gibt weit mehr Eltern, die sich U3-Betreuung wünschen. Und: Sie haben nun einen Rechtsanspruch auf den Platz.

Politik und Verwaltung wollen nun nach einer „Übergangslösung“ suchen: „Wir wollen jedem Kind, deren Eltern einen Platz begehren, auch einen Platz bereitstellen. Aber so schnell sind wir nicht“, sagt Elke Münich, Leiterin des städtischen Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule, in der jüngsten Sitzung des Kinder und Jugendausschusses.

Denn der U3-Ausbau gehe noch weiter: 15,6 Millionen Euro stehen dafür im städtischen Haushalt. „Die Fertigstellung wird aber nicht zum 1. August erfolgen, sondern sie wird sich in das Jahr 2014 oder 2015 ziehen“, sagt Stadtdirektor Wolfgang Rombey. „Die Erwartung, dass wir zum 1. August die Warteliste abbauen, möchte ich gar nicht in den Raum stellen“, sagt er.

Kurzfristig prüft die Verwaltung 50 zusätzliche Plätze in der Kindertagespflege in Zusammenarbeit mit dem Verein für Familiäre Tagesbetreuung einzurichten und zusätzliche U3-Gruppen in den Kitas zu schaffen. Rund 30 weitere Plätze könnten, so die Verwaltung, durch „Überbelegungen“ bereitgestellt werden. Solche Plätze würden allerdings auf dem Rücken der Erzieherinnen geschaffen: „Das wird zu Mehrbelastung der Arbeitnehmer in den Kitas führen“, sagt Rombey.

Diskutiert wird auch über „Großtagespflegestellen“ - etwa in nicht mehr benötigten Schulräumen. Besser geeignet seien dafür Wohnungen in der Nähe von Kitas, die gebe es in Aachen aber nicht, sagt Rombey. „Selbst wenn wir in leere Schulräume gehen, müssen die hergerichtet werden“ - und das koste Geld.

Neue Erkenntnisse soll ein Runder Tisch bringen. Der Kinder- und Jugendausschuss tagt erneut am 4. Juni, bis dahin hofft die Politik, dass zumindest für einen Teil der Kinder auf der Warteliste eine Übergangslösung gefunden werden kann.

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