Landtagswahl: Sportliche Aufgabe, vor allem für die Postboten

Von: Ines Kubat
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Linda Goß und Dieter Schneider von der Deutschen Post bereiten den Versand der Wahlbenachrichtigungen in die Region Aachen vor. Foto: Schmitter
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Lothar Keuter, Aufsicht im Briefzentrum, befüllt die Sortiermaschine mit den Briefen, die an die Wahlberechtigten verschickt werden. Foto: Schmitter

Eilendorf. Eigentlich sind die Mitarbeiter des Briefzentrums der Deutschen Post im Eilendorfer Gewerbegebiet vollkommen routiniert. Schließlich laufen dort täglich Tausende Briefe ein, werden sortiert und weiter in die ganze Welt versandt. Doch jetzt – in den letzten Wochen vor der Landtagswahl am 14. Mai – laufen sich nicht nur die Politiker die Füße wund, sondern auch die Fließbänder der Post im Eilendorfer Gewerbegebiet heiß.

Denn dort sind am Mittwoch die ersten Wahlbenachrichtigungen eingetroffen, knapp 178 000 allein für die Stadt Aachen. Hinzu kommen Zehntausende, die in die Städteregion, nach Düren und Heinsberg ausgetragen werden, erklärt Linda Goß, Leiterin des Briefzentrums in Aachen. Auf circa fünf Tonnen Papier kommt die Expertin, als sie grob überschlägt, welches Mengen dort für die Wahl ein- und ausgehen.

Die Wahlunterlagen kommen direkt von einem sogenannten Druckdienstleister, den die Stadt Aachen beauftragt hat. Dort wurden die Unterlagen auch schon mit der entsprechenden Adresse versehen, in einen Umschlag gesteckt und so für den Versand fertig gemacht. Die gesamten Kosten übernimmt übrigens das Land NRW – ganz einfach, weil es sich um eine Landtagswahl handelt.

In der großen Halle des Briefzentrums nun, wo ungezählte Briefe auf ihre Zustellung warten, stehen seit Mittwoch auch die großen Paletten mit den wichtigen Wahlunterlagen: Durch die Schutzfolie sieht man schon die post-gelben Kästen mit den Briefen scheinen. Einen dieser Kästen schnappt sich Lothar Keuter, Aufsichtsmitarbeiter im Briefzentrum, und legt einen großen Stapel mit Wahlbenachrichtigungen in eine knapp 20 Meter lange Sortieranlage, die sogenannte integrative Lese- und Videocodiermaschine.

Als Keuter auf den großen grünen Knopf drückt, setzt sich das Gerät lautstark in Bewegung, und die Briefe rasen in den Bauch der Maschine – so schnell, dass man kaum noch Bewegungen erkennen kann. Was im Inneren passiert, ist hochtechnisch: „Dort wird die Adresse eingelesen und in einen Strichcode umgewandelt, der wiederum auf den Umschlag gedruckt wird“, erklärt Linda Goß. Anhand des Codes können die Briefe im Anschluss nicht nur erkannt, sondern auch nach Gebieten, Straßen und schließlich Häusern sortiert werden.

Insgesamt knapp 500.000 solcher Wahlbenachrichtigungen werden im Briefzentrum in die ganze Region geschickt – sie alle durchlaufen diese Maschine. Und 500.000 Briefe mehr als gewöhnlich bedeuten knapp zwölf Stunden zusätzlich für die Maschine, zwölf Stunden zusätzlich, in denen Mitarbeiter Briefstapel vorne einlegen und hinten sortiert herausholen und weiter verteilen müssen.

Sobald die Wahl-Briefe für die Postboten schließlich in die richtige Reihenfolge gelegt sind, werden sie auf die Straße geschickt. Am heutigen Gründonnerstag verlassen schon die ersten Umschläge die Post. „Bis nächste Woche Samstag müssen wir alle Briefe zugestellt haben“, erklärt Goß. Das ist sportlich – für die Postboten im wahrsten Sinne des Wortes: Die müssen nämlich in den kommenden Tagen nicht nur die Häuser besuchen, die reguläre Post erhalten, sondern alle, in denen mindestens ein Wahlberechtigter wohnt. Kein Wunder, dass ihre Pakete größer, die Taschen schwerer und die Tage etwas länger sind. Wie hoch der personelle Mehraufwand sein wird, kann Linda Goß nicht genau beziffern.

Wenn dann aber alle Unterlagen verteilt sind, ist die Arbeit für die Post noch längst nicht beendet: Schließlich laufen dort auch wieder die Briefwahl-Unterlagen ein – und auch die wollen rechtzeitig zugestellt sein: diesmal ans Aachener Wahlamt.

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