Land unter: Novemberrekord ist geknackt

Von: Albrecht Peltzer
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Uberflutete Straßen, volle Keller: Feuerwehr und Polizei waren am Samstag im Dauerstress. Insgesamt gab es mehr als 120 Einsätze. Innerhalb von 24 Stunden fielen 37,6 Liter Wasser pro Quadratmeter. Damit ist der Rekord aus dem Jahre 1971 geknackt. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Sonntagnacht um 4 Uhr: Die Feuerwehr fährt ein letztes Mal nach Kornelimünster. Der Pegelstand der Inde wird kontrolliert. Zum wiederholten Mal. Wie immer, wenn es so gießt wie am Samstag.

„Das ist immer eine sehr kritische Stelle”, sagt ein Feuerwehrsprecher. Aber das Ergebnis der Kontrolle war beruhigend. Es ist kein größerer Schaden entstanden.

Wie im ganzen Stadtgebiet. Was nicht heißt, dass die Lage entspannt war. Sämtliche Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren waren stundenlang im Einsatz. Die Berufsfeuerwehr blieb als „Reserve” in der Wache, um im Fall eines Feuers sofort eingreifen zu können.

Bei der Polizei gingen am Samstag zwischen 12 und 14.30 Uhr 200 Notrufe ein, in 40 Fällen müssen Beamte vor Ort sein. Hauptsächlich um Straßenabschnitte zu sperren und den Verkehr zu regeln.

Mehrere Straßen gesperrt

Nichts ging zum Beispiel am Brüsseler Ring Höhe Hangeweiher, an der Einmündung Krefelder Straße/Prager Ring und in der Schillerstraße - dort lief Wasser in die Tiefgarage eines Supermarktes. Probleme bereitete auch der Ausfall der kompletten Signalanlage an der Kreuzung Trierer Straße/Freunder Landstraße.

Die Ampeln werden auch am Montag noch aus sein, warnte die Polizei. Zur Verkehrsregelung und zur Schulwegsicherung seien aber Beamte dort im Einsatz. Wann die Signalanlagen wieder instand gesetzt sind, konnte am Sonntag niemand sagen. Der Tipp lautet: diesen Bereich vorerst meiden.

Mindestens 300 Feuerwehrkräfte waren dabei, um der Wassermassen Herr zu werden. 84 Einsätze standen am Sonntagmorgen im Protokoll. Vor allem überflutete Straßen bereiten Probleme. Viele Gullys und Kanaleinläufe waren innerhalb kürzester Zeit verstopft. Vor allem auch, weil noch sehr viel Laub auf den Straßen liegt.

Die Herbststürme der vergangenen Tage haben dafür gesorgt, dass innerhalb kurzer Zeit sehr viel Laub gefallen war - mit den „Aufräumarbeiten” kam die Stadt nur schleppend voran.

Von Anwohnern wurde teilweise auch Kritik laut, dass Gullys ohnehin nur unzureichend gesäubert werden. Immer wieder bildeten sich kleine Seen, der Regen spülte das Laub in die Kanäle, die sofort verstopfen. Teilweise wateten die Feuerwehrleute durch kniehohes Wasser.

Auch zahlreiche Keller liefen voll, die Pumpen haben Hochbetrieb. In Oberforstbach lief am Samstagnachmittag ein Regenrückhaltebecken über, das Wasser ergoss sich über die komplette Oberforstbacher Straße, die ebenfalls längere Zeit für den Verkehr gesperrt wurde.

Während in anderen Regionen Nordrhein-Westfalens Werte von über 60 Litern pro Quadratmeter gemessen wurden, kam der Westzipfel im Vergleich noch gut weg. „Nur” 37,3 Liter pro Quadratmeter meldete die Wetterstation am Wingertsberg.

Dennoch ein Rekordergebnis für Aachen: Am 18. November 1971 fielen 36,3 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Der vergangene Samstag wird also doch als ein Rekord-Tag in die Annalen eingehen. Wie der komplette bisherige November 2010.

Seit dem 9. 11. waren in Aachen rund 70 Liter Regen gefallen. Wieder einmal Stoff genug für das - statistisch gar nicht belegbare - Gefühl, dass Aachen ein Regenloch sei...
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