„Lampedusa“: Dieses Gemälde wird zur Diskussion anregen

Von: Katja Laska
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Betrachten das imposante Werk im Justizzentrum: der Künstler Rolf Kuhlmann und Lanfgerichtspräsident Dr. Stefan Weismann. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Das Justizzentrum – ein Haus des Rechts zeigt jetzt auch Kunst. Im Foyer steht jetzt das Triptychon „Lampedusa“ des Kölner Künstlers Rolf Kuhlmann. Die 1,70 Meter hohe und 2,50 Meter lange Leinwand ist den Opfern, die bei dem Bootsunglück, das sich im Oktober 2013 im Mittelmeer abspielte, gewidmet.

„Eigentlich machen wir keine Kunstaustellungen“, sagt der Präsident des Landesgerichts Dr. Stefan Weismann. Der Grund für die Ausnahme: Das Bild hat einen politischen Hintergrund. In den drei Teilen „Barrosos Traum“, „Café Lampedusa“ und „Europas Ankunft“ verbindet Kuhlmann die Tragödie des Ertrinkens mit der Politik des Wegschauens, die er in Europa kritisiert. Das Bild schließt mit der Namensgeberin. Die Königstochter Europa reitet auf einem Stier durch die Luft.

Im Oktober 2013 setzte Kuhlmann die ersten Pinselstriche. Etwa ein halbes Jahr später trocknete die letzte Öl-Farbe. Eine lange Zeit, doch die andauernde Aktualität bestärkte ihn darin, weiter zu malen.

„Ich wollte die Geretteten zeigen. Schließlich geht es bei dem Thema Flüchtlingspolitik um Menschen“, erzählt Kuhlmann. Das ist auch Weismann wichtig. Es solle nicht nur über Kosten nachgedacht werden. „Wir möchten zu einer ehrlichen Diskussion anregen. Jeder sollte sich Gedanken darüber machen, was Recht in unserer Gesellschaft bedeutet“, fasst Weismann die Absicht der Ausstellung zusammen.

Und das klappt bisher ganz gut. Täglich kommen etwa 1500 Menschen ins Justizzentrum. Viele seien bereits vor der Leinwand stehen geblieben und haben sich über ihre Eindrücke unterhalten. Noch bis Donnerstag, 22. Oktober, steht die Leinwand im Foyer des Justizzentrums, Adalbertsteinweg 92 und kann besichtigt werden.

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