Lambada: Auf ein Tänzchen mit Pelé in Rom

Von: Alexander Barth
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Ein ganze Tasche voller Erinnerungen: Waldemar Hartmann berichtete in der Mayerschen Buchhandlung von einem mehr als erfüllten Reporterleben. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Eine der womöglich wichtigsten Erkenntnisse lieferte der Mann, der sich von Herzen gern „Waldi“ rufen lässt, erst während der Zugabe: „Es gibt das Gerücht, ich würde gar kein Weißbier trinken. Das stimmt. Zumindest nicht vor dem Frühstück.“

Mit einem nahezu ausnahmslos aus Anekdoten bestehenden 90-Minuten-Programm hat der Jetzt-Ex-Sportmoderator Waldemar Hartmann am Dienstagabend dem Aachener Publikum die wahre Geschichte seiner TV-Karriere näher gebracht – und damit launig-zotige Werbung für sein eben erschienenes Buch gemacht.

Mit den Größen der Sportwelt

„Geil“ ist ein Wort, dass Hartmann an diesem Abend gern benutzt. Er, der in 34 Jahren mit zig Größen der Sportwelt arbeitete und nicht selten auch feierte. „Ich habe mein halbes Leben an den Theken und Bars dieser Welt verbracht“, gestand der „Bundeswaldi“ freimütig, um gleich den journalistischen Mehrwert nachzureichen: „Aber so kommst Du halt an die besten G´schicht´n“.

„Geil“ war die Zeit mit Haudegen wie Karl-Heinz Rummenigge, Sepp Maier, Rainer Calmund. Oder mit dem brasilianischen Weltstar Pelé, mit dem er einst Lambada tanzte, „morgens um halb fünf, in einem Nachtclub in Rom.“ „Supergeil“ auch die Zeit in den Jahren nach dem WM-Triumph 1990, als die Nationalelf zwar unterirdisch Fußball spielte, aber laut Ur-Bayer Hartmann noch „echte Typen“ hervorbrachte. Der gegen Ende seiner TV-Karriere zum Dampfplauderer entrückte „Waldi“ hob die Hamanns, Effenbergs und vor allem den heute in der Fan-Erinnerung bereits verblassten Jens Jeremies auf unsichtbaren Thron.

Dieser stand für den glühenden Franz-Josef-Strauß-Fan zeitweise übrigens auch im nahen Vaals: Mit launigen Schnurren über die während der Europameisterschaft 2000 im dortigen Casteel Vaalsbroek „stationierte“ Nationalmannschaft spielte Hartmann gar die regionale Karte aus. Auch von dem „tollen Sportsmann“ Erik Meijer und den in Aachen noch bestens bekannten Pokalniederlagen der Bayern wusste er zu erzählen. Spitzen satt hatte er ansonsten für die Ex-Bundestrainer Ribbeck und Vogts („Mit Berti ging der Spaß“) übrig.

Anders als in seinem Buch formuliert und via Medien verbreitet, ließ Hartmann Spitzen gegen den ehemaligen Arbeitgeber ARD weitgehend außen vor. Viel lieber lauschte das Publikum, auch auf „Waldis“ Nachfrage, den nicht selten feucht-fröhlichen Erlebnisberichten, etwa von großen Fußballturnieren wie kleinen Privatfeiern aus dem Rundlederkosmos. Dass Hartmann mehr als nur ein Kapitel seinem mehr als holprigen Abgang in der ARD nach 34 gewidmet hatte, schien das Aachener Publikum an diesem Abend im Forum M der Mayerschen Buchhandlung kalt zu lassen – trotz mehrfachen Angebots.

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