Lärmschutz führt Autofahrer in neue Staus

Von: Robert Esser
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Nadelöhr: Autofahrer müssen auf der Trierer Straße - und den Ausweichrouten - in Brand mindestens bis zum 14. September täglich mit langen Staus rechnen. Foto: Robert Esser

Aachen. Endlich wieder zu Hause: Vom Rückreisestau dürften viele Sommerurlauber nach dem Ferienende am Wochenende direkt in die nächste Karosserieschlange auf der Trierer Straße kriechen.

Zwischen der oberen und unteren Ringstraße schlängelt sich der Verkehr nämlich ab Sonntag, 29. August, nur noch auf einer Spur stadteinwärts. Dabei beginnen die eigentlichen Bauarbeiten dort erst am 4. September. Stadtauswärts sind Umleitungen ausgeschildert. Der Grund: Auch in Brand wird auf der vierspurigen Hauptverkehrsader „lärmmindernder Asphalt” gegossen - genauso wie auf derselben Strecke entlang der ein Kilometer langen Baustelle zwischen Madrider Ring und Elsassstraße.

„Wir sind durchaus stolz darauf, dass wir diesen Teil von Trierer Straße und Adalbertsteinweg wie geplant fast komplett innerhalb der Sommerferien bewältigen konnten - trotz der langen Regenperioden”, erklärte am Mittwoch Axel Costard vom städtischen Presseamt. Trotzdem hatten viele Geschäftsleute und Ladenbesitzer über erhebliche Umsatzeinbußen entlang der Mammutbaustelle zwischen Ostviertel und Forst geklagt, die ganze Stadtteile über Wochen und Monate vom kaiserstädtischen Straßennetz trennt.

Der Vorsitzende des Mobilitätsausschusses, Roland Jahn, wies darauf hin, dass der Beschluss zur Erneuerung der Asphaltdecke auf der Trierer Straße im Mai einstimmig von der Politik gefasst worden sei. „Als Vorsitzender des Mobilitätsausschusses bedanke ich mich ausdrücklich bei der Verwaltung, dass es ihr gelungen ist, sowohl Mittel aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung für diese Maßnahme einzuwerben als auch die Bauarbeiten sofort einzuleiten”, erklärte er. Die Ausführung innerhalb der Sommerferien halte er wegen des geringeren Verkehrsaufkommens „für absolut sinnvoll” - obwohl die Straßenbaustelle Brand noch bis zum 14. September terminiert ist.

Denn der technische Aufwand ist immens: Bei der Deckschicht handelt es sich um einen speziellen lärmmindernden Asphalt, den die Stadt in jüngster Zeit zum Schutz der Anwohner einsetzt - etwa auf dem Boxgraben und dem Reichsweg. Die Bauweise ist an viele Anforderungen geknüpft, daher muss die Fläche mit großer Sorgfalt vorbereitet und längere Zeit vorher abgesperrt werden.

Der moderne Asphalt reduziert den Lärm um drei Dezibel. „Wir haben vollstes Verständnis für die Baumaßnahme”, zitiert das städtische Presseamt die Geschäftsführerin der Interessengemeinschaft Brander Handel, Handwerk und Gewerbe, Katharina Maier. Und weiter: „Mit den Bauarbeiten wird das Herz von Brand wesentlich schöner gestaltet sein als es vorher war.”

Der Asphalt wird jeweils an den Wochenenden aufgetragen. An den übrigen Tagen muss die jeweils andere Fahrbahnseite vorbereitet werden. Der grüne Ratsherr Jahn lobte: „Die Steuermittel für die Asphaltsanierung sind gut eingesetzt, da in Aachen der Verkehrslärm neben den Feinstaub- und Stickoxyd-Emissionen ein weiteres Umweltproblem darstellt, das Handeln erfordert.

Viele Anwohner von Hauptverkehrsstraßen beschweren sich zu Recht darüber, dass sie nicht mehr ruhig schlafen können und dass der Verkehrslärm sie krank macht.” Aktive und passive Lärmschutzmaßnahmen seien jedoch in Zeiten knapper kommunaler Kassen nur schwer zu finanzieren. „Allein die verfügbaren Bundesmittel ermöglichten die Lärmschutzmaßnahme auf der Trierer Straße, deren Asphaltdecke bald aus städtischen Mitteln hätte erneuert werden müssen”, sagte er. Die aktuellen Asphaltierungen auf der Trierer Straße kosten den Steuerzahler mehr als eine Million Euro.
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