Aachen - Ladenhüter: Viele Aachener Büroflächen seit Jahren leer

Ladenhüter: Viele Aachener Büroflächen seit Jahren leer

Von: Robert Esser
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Stehen eigentlich nur zusammen auf der Leerstandsliste: Die gläserne „Praline” des EBV-Carrés (r.) an der Ecke Peter-/Schumacherstraße; leer steht auch der Bürokomplex an der Ecke Theater-/Wilhelmstraße. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Während Unternehmen wie die AachenMünchener Versicherung im großen Stil neue Bürogeschosse aus dem City-Boden stampfen, stehen andere große Bürokomplexe in der Innenstadt seit Jahren leer.

Die Mieterlöse stagnieren, das Angebot ist größer als die Nachfrage. „Schon ohne die Neubauprojekte weist Aachen rund zwei Millionen Quadratmeter Büroflächen zur Vermietung auf”, sagt Andrea Trebschuh, Geschäftsführerin der Initiative Aachen. Der gewerbliche Büroraumbestand der Stadt entspricht damit der Fläche von 400 Fußballplätzen.

Bereits seit 2004 wartet zum Beispiel die sogenannte „Praline”, der gläserne Langbau des EBV-Carrés an der Ecke Schumacher-/Peterstraße, auf Mieter.

Nur in der obersten Etage neben dem Hotelquader haben drei Zahnärzte vor kurzem ein Praxiszentrum eröffnet. Und natürlich würden sich die Mediziner über eineBelebunghinterden Scheiben der unteren Etagen freuen - schon wegen potenzieller Laufkundschaft.

Als „Kristallisationspunkt urbanen Lebens” hatte der damalige RAG-Vorstandsvorsitzende Hermann Marth das 35 Millionen Euro teure Carré auf der edlen Immobilienmesse in Cannes gepriesen.

Und betont: „Dies erfordert viel Spezialwissen und eine besondere Kenntnis der Märkte.” Seitdem laufen angeblich Verkaufsverhandlungen. Zuständig ist mittlerweile die Evonik Wohnen GmbH.

Und die gibt sich nach fast fünfjährigem Dornröschenschlaf dieser „Praline” nunmehr reichlich schmallippig. „Wir geben zu dem Projekt keine Stellungnahme ab, Verhandlungen mit einem potenziellen Käufer laufen”, teilte Evonik-Sprecher Stephan Schmidt mit.

Auf offensives Marketing setzt dagegen Markus Nellen von der Domicil Objektverwaltung.

Der Immobilien-Experte sucht Mieter für 1848 Quadratmeter auf vier Etagen an der Ecke Wilhelm-/Thea- terstraße. Das Gebäude steht ebenfalls seit Jahren leer.

„Wir haben mittlerweile die Fassaden saniert, überall Sonnenschutz- Rollos eingesetzt und damit das äußere Erscheinungsbild erheblich aufgemöbelt”, sagt Nellen.

Und auch innen will man noch Hand anlegen. Gerade die in die Tage gekommenen Gebäude gelten als Ladenhüter. Höchstens 8 bis 10 Euro Miete pro Quadratmeter seien zu erzielen, heißt es.

„Generell kann man schon feststellen, dass die Mieterlöse in Aachen stagnieren”, bestätigt der Experte.

Deutlich mehr dürfte für Mieter in Bauten der AachenMünchener fällig werden. 6500 Quadratmeter am Stammsitz Aureliusstraße und ab Herbst 2009 im Neubau Franzstraße/Borngasse will die Versicherung fremd vermieten.

„Mehr als die Hälfte der Büroflächen ist bereits fest vergeben”, sagt AM-Sprecher Andreas Krosta.

„Nachfrage ist da, wo die Qualität ist”, erklärt Andrea Trebschuh. „Ich hoffe, dass der Abwärtstrend bei den Mieterlösen nicht anhält”, sagt sie.

Vor allem die Parkplatzsituation spiele dabei eine große Rolle. Einfache Büros ohne Stellplätze sind jetzt laut gewerblichem Mietspiegel schon ab 5 Euro pro Quadratmeter zu haben.
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