„Ladelaterne“ am Blücherplatz: Fahrern von E-Autos geht jetzt ein Licht auf

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Perspektive für ein besseres Versorgungsnetz: Am Blücherplatz wurde gestern eine Ladesäule vorgestellt, die in eine Straßemlaterne integriert ist. Foto: Harald Krömer

Aachen. Dr. Peter Asmuth, Vorstand der Stawag, hat es sich eigentlich ganz einfach gedacht: „Dort, wo Strom fließt, können wir auch E-Autos mit Fahrstrom versorgen. Also an Laternen.“ Ganz so einfach war es allerdings nicht, doch jetzt konnte die erste „Ladelaterne“ am Blücherplatz in einen Pilotbetrieb genommen werden.

Was Asmuth bei seinem Vorstoß im eigenen Haus nicht mitbedacht hatte: Straßenlaternen werden nur nachts mit Strom versorgt. Den Laternenstrom am Tag für das Aufladen eines elektrisch betriebenen Autos zu verwenden, ist ein technisch komplexes Unterfangen. „Am Blücherplatz funktioniert es, weil hier LED-Lampen stehen, die digital gesteuert werden können und hier zudem mittelbar eine Netzstation liegt“, erläuterte Gerhard Klöfkorn, Lampenbeauftragter der Stawag.

Etwa zehn Prozent der 22.000 Straßenlaternen im Stadtgebiet könnten ebenfalls ähnliche Voraussetzungen bieten. Allerdings muss dann auch noch der Standort geprüft werden. „Denn so eine Laterne sollte natürlich schon in der Nähe eines Stellplatzes liegen“, so Klöfkorn.

Trotzdem hat Asmuth bereits neue Ideen: „Viele wollen zwar gern elektrisch fahren, haben aber keine Garage, in der sie nachts ihr Auto aufladen können. Vielleicht kann hier eine Ladelaterne ebenfalls die Lösung sein.“ Nun soll allerdings erst mal ein halbes Jahr getestet werden.

Ein wesentlicher Pluspunkt ist schon jetzt deutlich: Statt rund 10.000 Euro für eine normale Ladesäule mit Betonsockel und sogar 30.000 Euro für eine Schnellladesäule kommen bei einer Ladelaterne gerade einmal 2500 bis 3000 Euro Installationskosten zusammen. Bei einer Ladeleistung von elf Kilowatt könnte dann ein übliches elektrisches Stadtauto in ungefähr einer Stunde wieder für rund 100 Kilometer betriebsbereit sein.

„Wir reden noch lange nicht von einem wirtschaftlichen Betrieb. Uns geht es darum, die Infrastruktur für Elektromobilität zur Verfügung zu stellen und sie auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzer anzupassen“, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp. „E-Mobilität ist für Städte wichtig – nicht allein wegen des CO² und des Feinstaubs, sondern auch wegen des Lärms. Ich bin davon überzeugt, dass das bald ein drängendes Problem sein wird.“

Von der App bis zur Kundenkarte

Keine Videoüberwachung, sondern ein Parkmelde-System versteckt sich hinter der kleinen Kamera, die an der Ladelaterne zusätzlich installiert wurde. Der kleine Kasten liefert Infos über die Belegung des Ladeplatzes am Blücherplatz an eine App, die noch in diesem Jahr für die ganze Stadt in Betrieb gehen und dann immer die freien Ladeplätze in der Stadt anzeigen soll. Auch eine Reservierung soll über die App möglich werden. Noch ist auch das Parkmelde-System des Aachener Start-ups „sonah-parking“ aber in der Erprobungsphase.

Zusammen mit anderen 120 Stadtwerken hat die Stawag eine Kundenkarte entwickelt, die das Laden auch bei den Stationen der Partner unkompliziert möglich macht.

340 E-Autos sind zurzeit in Aachen zugelassen. Sie können an 32 Ladestationen mit über 60 Ladepunkten mit – ausschließlich grünem – Strom versorgt werden. Für 15 weitere normale Ladestationen hat die Stawag eine Förderzusage vom Bund bekommen. Ladelaternen sollen die Angebotspalette zusätzlich erweitern. Wann die nächste Ladelaterne in Betrieb geht, steht aber noch nicht fest.

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