Kurzfilm erzählt die Geschichte von jungen Flüchtlingen in Aachen

Von: Katrin Fuhrmann
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Sie haben mit den jungen Menschen eine tolle Dokumentation erstellt: vorne von links Pia vom Dorp, Dr. Andreas Düspohl, Michael Chauvistre, Miriam Pucitta (stehend), Walter Köth und Stefan Küpper. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Mach mir was zu essen, ich hab‘ Hunger“, sagt Youssef. „Nein, mach‘ dir selbst etwas“, entgegnet Nardos. „Du bist hier in Deutschland, da kocht auch der Mann, nicht nur die Frau“, betont sie weiter. Dieser kurze, aber prägnante Konflikt ist Teil des neuen Kurzfilms „Eine Banane für Mathe – angekommen in Deutschland“, der im Rahmen des Projekts „Kultur macht stark“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung produziert wurde.

Zwar ist dieser Teil des Film eher als Scherz zu verstehen, doch er zeigt ganz deutlich, vor welcher Hürde junge Flüchtlinge stehen, wenn sie nach Deutschland kommen: Sie müssen sich in einem fremden Land zu Recht finden.

Der Film erzählt die Geschichte von jungen Flüchtlingen, die mittlerweile seit ungefähr zwei Jahren in Aachen leben und versuchen ihren neuen, deutschen Alltag zu meistern. Da ist zum Beispiel Mamin aus Bangladesch. Als er nach Aachen kam, konnte er weder die Sprache noch wusste er, wie es weitergeht. Schon ein Jahr später wurde er als bester Schüler seiner Klasse mit einem Schnitt von 1,5 geehrt. Auch der junge Youssef hatte es nicht leicht, als er von Palästina nach Aachen kam.

Aber mit dem Willen und dem Ziel, etwas aus seinem Leben zu machen, hat er sich durchgekämpft. Mittlerweile ist er 18 Jahre alt, wohnt alleine, macht eine Ausbildung zum Elektroniker, hat Freunde gefunden und fühlt sich aufgenommen in Aachen. „Ich bin froh, dass ich hier eine Ausbildung machen kann. Mir wird viel beigebracht, und es macht mir viel Spaß. Ich hoffe, dass ich auch dauerhaft in Deutschland leben kann, sagt der 18-Jährige, der zur Zeit noch keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung hat.

Auch die anderen Kinder, die in dem Film mitspielen, haben eine ähnliche Geschichte. „In dem Film wird deutlich, dass sich die Flüchtlinge willkommen und verstanden in Aachen fühlen“, sagt Michael Chauvistré, der die künstlerische Leitung des Films mit leitete. Natürlich war es am Anfang nicht leicht. Die meisten kamen ganz alleine nach Deutschland – ohne Angehörige, ohne Freunde. Hier angekommen, wartete neben einer anderen Sprache auch eine völlig neue, meist unbekannte Kultur auf sie. Angst war ein ständiger Begleiter.

Der Kurzfilm ist die Fortsetzung des Dokumentarfilms „Wie geht Deutschland?“, der im vergangen Jahr großen Zuspruch bekommen hat. Damals waren die Flüchtlinge gerade erst angekommen. Vor allem die Entwicklung der jungen Flüchtlinge stand bei der Produktion des neuen Kurzfilms im Fokus. Die Flüchtlinge sollten sich selbst mit einbringen und entscheiden, was sie in dem Film zeigen wollen.

Das Internationale Zeitungsmuseum, die Nadelfabrik und das Jugendzentrum Maria im Tann haben Miriam Pucitta und Michael Chauvistré, die die künstlerische Leitung für den Film übernommen, unterstützt. Die Flüchtlinge, die zum Teil in Maria im Tann, zum Teil aber schon alleine, wohnen, haben in Aachen Fuß gefasst. Ein Behördengang fällt nicht mehr schwer, ebenso wird die Verständigung von Tag zu Tag besser.

Mit dem Film wollen alle Beteiligte einen Akzent setzen. „Gerade in der gegenwärtigen Diskussion um Fragen der Flüchtlingspolitik werden hoffentlich viele darauf aufmerksam“, sagt Pucitta. Es ist geplant, den Film in verschiedenen Bildungseinrichtungen zu zeigen, um das Bewusstsein dafür zu schaffen, wie gut Integration funktionieren kann.

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