Kurzes, aber heftiges Unwetter

Von: Stephan Mohne
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Wieder einmal unter Wasser: We
Wieder einmal unter Wasser: Wenn es kräftig regnet, ist die Senke am Brüsseler Ring immer überflutet. Ein Auto machte dort am Sonntagnachmittag sogar „Schwimmübungen” und musste aus dem Wasser geholt werden. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Aram war ein Enkel von Noah. Welch passenderen Namen könnte also ein Tiefdruckgebiet haben, das am Sonntagnachmittag sintflutartige Regenfälle über Aachen prasseln ließ?

Als Aram am Nachmittag anrückte, da sprang bei der Unwetterwarnzentrale die Alarmstufe plötzlich von rot auf violett um - die höchste, die es überhaupt gibt.

Kurz darauf ließ es Aram schon mächtig krachen. Donner, Blitze, Wolkenbrüche - und binnen Minuten waren Straßen und Keller in weiten Teilen des Stadtgebiets überflutet. Vermutlich fiel mehr Regen innerhalb einer Stunde als zuvor im ganzen Monat Mai. Zumindest kam es einem so vor. Das Wetter spielte einmal mehr verrückt. Denn wiederum kurz darauf war der Spuk schon vorbei, die Straßen knochentrocken.

Doch zunächst kam die Feuerwehr ins Schwitzen. Sie eilte von Einsatzstelle zu Einsatzstelle. Sieben Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr wurden alarmiert und rückten aus, insgesamt waren rund 100 Einsatzkräfte unterwegs. Kanaleinläufe wurden gereinigt, Keller reihenweise leergepumpt. Unter Wasser standen zum Beispiel Teile des Madrider und des Brüsseler Rings. Wassereinbrüche in Gebäude gab es unter anderem am Steffensplatz, an der Augustastraße, an der Rochusstraße oder auch der Lintertstraße. „Ein Schwerpunkt lag eindeutig im Innenstadtbereich”, bilanzierte Einsatzleiter Marcus Mehlkopf am frühen Abend. Insgesamt waren bis dahin 58 unwetterbedingte Einsätze aufgelaufen.

Mehrfach wurden der Feuerwehr Blitzeinschläge gemeldet, die allerdings ohne gravierende Folgen blieben. Glück im Unglück hatte auch eine 43 Jahre alte Autofahrerin auf der Niederforstbacher Straße, deren Wagen sich überschlug, die aber nur leichtere Verletzungen erlitt.

Und dann auch noch das: An der Beeckstraße gab es einen Gasalarm. An der Beeckstraße, da war doch was?! Genau, bereits am Mittwoch hatte es dort in einem leerstehenden Gebäude eine hochexplosive Gas-Luft-Mischung gegeben, weil Metalldiebe die Gasleitung ansägten. Unter anderem waren zwei Schulen evakuiert worden. Diesmal war das Nachbarhaus betroffen. Und wieder zeigten die Messgeräte der Stawag gefährliche, hochexplosive Werte. Ein Zufall? Die Stawag kappte die Gaszufuhr, das Gebäude wurde belüftet. Zusammen mit der Polizei gestaltete sich allerdings diesmal die Suche nach der Ursache schwierig. Erst lange nach Beginn des Einsatzes gab es die Mutmaßung, dass das Leck wohl außerhalb des Hauses zu finden sein würde. Und so ließ die Stawag auch noch Bagger anrücken. Teile der Beeckstraße wurden noch im Nachmittag aufgerissen.

Bereits am frühen Morgen hatte die Feuerwehr in Berensberg zu tun. Am „Blauen Stein” stand eine Strohmiete in Flammen. Die Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Gebäude.

Die Bilanz dieses wettertechnisch bemerkenswerten Tages lässt sich so ziehen: Eine Arche musste Aachen wegen Noahs Enkel nicht bauen. Genug zu tun gab es aber auch so.
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