Aachen - Kurt Lehmkuhl veröffentlicht neuen Roman

Kurt Lehmkuhl veröffentlicht neuen Roman

Von: Peter Schopp
Letzte Aktualisierung:
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Mord im Tagebau: Autor Kurt Lehmkuhl (l.) präsentiert sein neues Werk mit Buchhändler Walter Vennen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Es geht auch um Kohle. Sowohl im sprichwörtlichen als auch im übertragenen Sinn. Und um Mord. Die Umsiedlung der Menschen aus den Tagebaugebieten unserer Region steht genauso im Fokus wie die Umwelt. Kraftwerke, Grundwasserproblematik, alternative Energien, Atomkraft – der Themenpool ist reichlich gefüllt im neuen Roman von Kurt Lehmkuhl. „Kohlegier“ ist das neueste Werk des Autors, der seit vielen Jahren seinen Kommissar Rudolf-Günther Böhnke in und um Aachen ermitteln lässt.

Im Tagebau Garzweiler II wird ein Aachener Student ermordet aufgefunden. Das ist der Beginn einer Geschichte, die sich Lehmkuhl rund um die drei Tagebaugebiete Garzweiler II, Inden und Hambach ausgedacht hat. „Ich habe das Thema Energie 1998 bereits aufgegriffen, die Geschichte jetzt natürlich noch einmal hervorgeholt und festgestellt, dass sie heute so aktuell wie damals ist“, sagt Lehmkuhl. Das Thema habe für ihn schnell eine riesige Dimension angenommen. „Wer weiß denn beispielsweise, dass RWE in den Niederlanden ein hochmodernes, teures Kohlekraftwerk gebaut hat, welches bis heute noch nicht einen Tag genutzt wurde?“ Ihm sei beim Schreiben auch noch einmal ins Bewusstsein gedrungen, dass in der Region drei der – wie er es nennt – „europaweit größten Dreckschleudern“ stehen. Aber Kurt Lehmkuhl sieht nicht nur Negatives, auch seine Begeisterung für Landschaft rund um die Abbaugebiete ist spürbar. „Ich bin im Vorfeld mit einem Ultraleichtflugzeug über die Bereiche geflogen, das war sehr beeindruckend“, schwärmt er.

So hat der aktuelle Roman einen etwas größeren Umfang als andere seiner Bücher, sowohl thematisch als auch vom Volumen her. Auf 375 Seiten geschieht noch einiges mehr als nur ein Mord. Da werden die verschiedenen Abbaustätten miteinander verwoben und Kommissar a.D. Böhnke arbeitet sich sukzessive in ein Thema ein, das ihn am Ende einigermaßen ratlos zurücklässt. Das bezieht sich natürlich nicht auf die kriminalistische Handlung, den Fall löst er gewohnt souverän. Doch die Energie- und Umweltproblematik ist nicht so schnell gelöst, da bleibt noch viel zu tun. Lehmkuhl wird noch einmal nachdenklich, ihm ist dieser Satz im Zusammenhang mit der Umsiedlung der Menschen wichtig. „Man nimmt erst den Dörfern die Seele und dann den Menschen die Heimat“, zieht er ein persönliches Fazit. „Eigentlich stecken in diesem Buch meine Erfahrungen der vergangenen 30 Jahre, in denen ich schreibe“, erklärt er.

Dabei habe ihn das Thema Kohle immer wieder berührt. Die Schwierigkeit im aktuellen Buch sei gewesen, Einseitigkeit zu verhindern. „Mir war wichtig, alle Einwände, egal von welcher Seite, zuzulassen. Böhnke und schließlich auch der Leser müssen selber eine Position beziehen.“ Dass es ihm bei alldem gelungen ist, den Spannungsbogen der Krimihandlung bis zum Ende zu halten, bestätigt Barbara Hoppe-Vennen, Geschäftsführerin der Buchhandlung Schmetz am Münsterplatz. „Erst ganz zum Schluss wird der Weg zum Mörder erkennbar, da spannt Lehmkuhl den Leser ganz schön auf die Folter“, schmunzelt sie. Aber das sei ja schließlich in einem Roman auch durchaus gewollt.

Der nächste Fall von Kommissar Böhnke ist derweil bereits fertig. Da wird er sich mit den „Halbgöttern in Weiß“ auseinandersetzen. Das Buch mit dem Titel „Weißgott“ soll ebenso wie ein Band von Kurzgeschichten 2017 erscheinen.

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