Aachen - Kurkliniken: Bistum formuliert klare Worte zum Tarifstreit

Kurkliniken: Bistum formuliert klare Worte zum Tarifstreit

Von: Stephan Mohne
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Sie kämpfen weiter für eine gerechtere Bezahlung: die Beschäftigten des Schwertbads. Auch das Bistum hat sich zum Tarifstreit mit der katholischen Marienhaus GmbH geäußert. Das Gehaltsniveau entspreche nicht den nötigen sozialen Standards, heißt es. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Am Freitag war der letzte Schultag. Es gab Zeugnisse. In Burtscheid streikten die über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schwertbads. Und auch sie stellten ein Zeugnis aus – nämlich ihrer Arbeitgeberin, der rheinland-pfälzischen Marienhaus GmbH, die das Schwertbad wie auch die Rheumaklinik betreibt.

Die Note, die vergeben wurde: „mangelhaft +“. Gemeinsam mit der Gewerkschaft „ver.di“ kämpfen die Angestellten um eine bessere Bezahlung, liegen ihre Gehälter doch rund 20 Prozent unter denen des öffentlichen oder auch des kirchlichen Dienstes. Weswegen sich am Freitag nun das Bistum in die Angelegenheit eingemischt hat – die Marienhaus GmbH ist schließlich eine katholische Trägerin. Aus dem Swertbad hatte es einen Hilferuf in Richtung Bistum wie auch Richtung Politik gegeben. Wobei Letztere sich bis Donnerstag – außer der Linken, die schnell reagierte – noch nicht eingemischt hatte.

„Nicht die nötigen Standards“

Das deutliche Gehaltsminus entspreche „nicht den nötigen und wünschenswerten sozialen Standards“, findet jedenfalls Bistumssprecher Franz Kretschmann klare Worte. Das Bistum orientiere sich an der katholischen Soziallehre und setze sich „für gerechte Löhne und Arbeitsverhältnisse“ ein. Diese würden sich beispielsweise eben in den Tarifen des öffentlichen und des kirchlichen Dienstes abbilden. Das Bistum stelle nicht die Verhandlungsautonomie der Tarifparteien infrage, so Kretschmann. Aber: „Aus sozialethischer Perspektive sollten Abschlüsse erreicht werden, die den Mitarbeitern die Sicherung ihres Lebensunterhalts ermöglichen.“ Auch hält das Bistum „eine zusätzliche betriebliche Alterssicherung für eine unverzichtbare Komponente“. Es sei zu beklagen, dass insgesamt die Arbeiten der Reha-Kliniken unterfinanziert seien. Es müsse eine sozialpolitische Lösung geben. Nach Aussagen der Geschäftsführung des Schwertbads unternehme der Träger indes alles, um Arbeitsplätze zu sichern.

Wie berichtet, haben die Streitparteien zwischenzeitlich auf Formulierungen für einen Rahmentarifvertrag geeinigt, die eng am Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes orientiert seien. Allerdings sieht die Gewerkschaft die Verhandlungen längst noch nicht auf der Zielgeraden. Das Gesamtvolumen müssen deutlich erhöht werden.

Deswegen haben die Schwertbad-Beschäftigten die Arbeitgeberin am gestrigen letzten Schultag zur „Nachprüfung über die Sommerferien“ geschickt. Gebe es danach keine deutliche Nachbesserung, sei „ein längerer Streik unausweichlich“. Die nächste Verhandlung ist am 9. September.

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