Aachen - Kurioses auf dem Weihnachtsmarkt

Kurioses auf dem Weihnachtsmarkt

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
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Ausgefallen: Totenkopf-Gürtelschnallen. Foto: M. Jaspers
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Schmackhaft: Nikolausfreie Schokoladenkreationen. Foto: M. Jaspers
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Quietscheentchen in allen Variationen. Foto: M. Jaspers
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Duftstoffe von „Opium“ bis „Sex on the beach“. Foto: M. Jaspers

Aachen. Wenn das keine Überraschung zum Fest ist! Wer keine Lust auf Christbaumschmuck, Printen und Glühwein hat, wird auf dem Aachener Weihnachtsmarkt bestens versorgt. Kuriositäten im Advent rund um Dom und Rathaus? In Aachen kein Problem.

Was sich wirklich toll anhört: Stellen Sie sich doch mal vor, wie es klingt, wenn Fliegen, Mücken und sonstiges Getier an elektrischen Insektenbrutzelstäben surrend und knisternd verenden. Von wegen „Stille Nacht“. Genauso geräuschvoll vibrieren „Klang-Oliven“, zwei fingergroße Magnete, die man parallel in die Höhe wirft und die dann schwirrend Nähe suchen. Die Metall-Pärchen gibt es auf dem Markt neben Maultrommeln, Gongs, Ratterfröschen und – kein Witz – Elefanten, die aus dem Rüssel flöten, sobald man ihnen in den Hintern bläst. „Ho ho ho“, würde sich wohl der Weihnachtsmann wundern. Das finden Sie skurril? Abwarten.

Wahrscheinlich haben Sie noch nicht den Stand namens „Asiatische Holzkunst“ entdeckt. Dort verkauft man neben (nicht beblasbaren) Elefanten aus Bali reihenweise Plastik aus China: nämlich Gartenzwerge – gold, glänzend und ziemlich geräuschlos. Das passt ja, irgendwie. Zumindest rauscht alles aus Asien nach Aachen. Apropos Rausch: Ein paar Meter weiter überrascht der Budenzauber mit Räuchermännchen, denen anstelle einer Pfeife dicke Zigarettenstummel unter Rasta-Mähnen munden. Haarige Sache, denn: Dazu locken nebeneinander folgende Duftnotenzäpfchen: „Bratapfel“, „Opium“, „Sex on the Beach“. Ja, Sie haben richtig gelesen. Wer‘s mag, kann vor Ort gleich passende Tüten dazu erwerben. Frohes Fest.

Geflügelgewürz gefällig?

Da loben wir uns zwischen all den ach so weihnachtlichen Düften doch diesen wahnwitzig würzigen Stand ein paar Meter weiter auf dem Katschhof: Zwischen heißen Reibekuchen und Fritten entfalten unter Tannenzweigen und heimeligen Lichterketten die zum Weihnachtsmarkt passenden Gewürze besondere Geltung. Alles Tütenware. Aufmerksame Beobachter finden da direkt neben der vollwertigen „Glühwein-Gewürzmischung“ so anrührende Geschmacksnoten wie „Geflügel-Hähnchen“ oder „Virginia-Steak“. Typisch Weihnachten eben. Und für Vegetarier gibt‘s ein paar indische Salze.

Das Salz in der Suppe eines optimal ausgewogenen Weihnachtsmarktes sind indes die Kunsthandwerker. Da gibt es zum Beispiel einen aus Hamburg, der unter dem Firmennamen „Steelman“ in der Kaiserstadt sage und schreibe 700 verschiedene geschweißte Figürchen aus Eisenwaren wie Schrauben und Nägeln feilbietet. Bis hin zum Klorollenhalter für Männlein und Weiblein. Ungeheuer kreativ! Wirklich. Nun raten Sie mal, welche Figur nicht im Repertoire ist. Genau: der Weihnachtsmann. Wenigstens ein Nikolaus? Fehlanzeige. Aber Engelchen gibt‘s doch, oder? Nö, auch nicht der Fall.

Der Metallarbeiter befindet sich auf dem Münsterplatz in guter Gesellschaft. Jegliches weihnachtliche Motiv fehlt nämlich auch bei einer Aachenerin, die belgische Zartbitter-Schokolade in italienische Werkzeugformen gießt. Maulschlüssel, Schraubendreher – alles aus tiefbrauner Leckerei findet sich an ihrem Stand. Echt geschmackvoll, superstylish. Aber eben auch ohne jeden Bezug zur Weihnachtszeit.

Da agieren andere, bei denen man niemals Weihnachtsmotive vermuten würde, cleverer: Zum Beispiel die nette Dame, die zwischen Printen- und Bratwurstbuden mit ihren Quietscheentchen auf dem Weihnachtsmarkt auftaucht. Da steht zumindest ein Quietscheentchen mit Narrenkappe einträchtig neben der Variante mit Nikolausmütze. Schwimmtauglich ist allerdings nicht alles an Geflügel, das im „Schaumrausch“ gelandet ist.

„Clogmaker“ heißt ein anderer Stand, an dem es nicht ganz so weihnachtlich zugeht. Der Inhaber beteuert, dass seine Holzschuhe die beste Bekleidung für nackte Füße sind, „weil man darin nicht schwitzt“. Was natürlich kurz vor dem Fest ein wichtiger Hinweis ist. Dass er neben Kuhfellgürteln auch Gürtelschnallen mit allerlei Totenkopfmotiven in der Auslage liegen hat, habe aber nun wirklich absolut gar nichts mit weihnachtlicher Warenpalette zu tun, wie der Verkäufer ausdrücklich betont. Im Gegenteil: „Hab‘ ich immer im Programm“, sagt er.

Auf Weihnachten zugeschnitten sind indes Klamotten am Designerstand „Upcycling“. Da gibt‘s – Überraschung! – Unterhosen mit Weihnachtsmännern drauf. Na, geht doch.

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