Kuriose Wende in Sachen Baustelle Templergraben

Von: Stephan Mohne
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Templergraben
Jetzt kann plötzlich doch weitergemacht werden. Am 19. August kehren die Arbeiter an den Templergraben zurück. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es hat etwas vom Hornberger Schießen. Denn es stellt sich die Frage: Wurde um den Templergraben großes Getöse um nichts gemacht? Am Donnerstag jedenfalls gab es eine ebenso überraschende wie kuriose Wende im Streit zwischen der Stadt und der ausführenden Baufirma Tholen aus Geilenkirchen.

Tenor: Am kommenden Montag rücken die Arbeiter aus Geilenkirchen wieder an, um ihr bereits begonnenes Werk zu vollenden. Das teilte die Stadt am späten Donnerstagnachmittag mit, nachdem es zuvor einen „Krisengipfel“ bei Stadtdirektorin Annekathrin Grehling unter Beteiligung der städtischen Fachleute und der – auch juristischen – Vertreter der Baufirma gegeben hatte.

Weiter teilte die Stadt mit, dass Tholen den Nachweis erbracht habe, dass der Unterbau der Fahrbahn sehr wohl stabil genug für die Belastungen dort sei. Unter anderem verkehren dort täglich etliche Aseag-Busse, deren Gewicht auf die Fahrbahn drückt. Die 10.500 Quadratmeter werden aufwendig in Natursteinen gepflastert. Das Bauunternehmen habe den entsprechenden Nachweis für die Belastbarkeit erbracht. Das ist in doppelter Hinsicht erstaunlich. Denn zunächst hatte die Stadt einen Baustopp verfügt, weil aus ihren Reihen jemand festgestellt hatte, dass besagter Unterbau eben nicht den seitens der Verwaltung gestellten Anforderungen entspreche.

Dann hatte Bauunternehmer Willi Tholen gegenüber der AZ gesagt, dass er schon vor einem halben Jahr die Stadt darauf hingewiesen habe, dass die Bauanforderung unzureichend sei. Für eine stabilere Variante habe er jedoch keinen Auftrag gehabt. Tholen sprach von „linker Trickserei“, mit der ihm nun ein städtischer Fehler in die Schuhe geschoben werden solle. Zu diesem Zeitpunkt waren also offenkundig beide Seiten nicht von der Tragfähigkeit überzeugt. Eine Folge hätte sein können, dass die ganze Fahrbahn wieder herausgerissen und noch einmal gebaut werden müsste.

Dem ist nach jenem auch von der Stadt akzeptierten Nachweis jetzt nicht mehr so. Zum Beispiel die Frage, wie dieser Nachweis erbracht wurde, blieb am Donnerstag offen. Einen weiteren Nachweis zur Tragfähigkeit des offenporigen Asphalts (Drainasphalt) im Bereich der Bushaltestellen soll Tholen binnen zwei Wochen liefern.

Ab dem „Neustart“ am kommenden Montag wird der Templergraben jedenfalls für den Verkehr gesperrt, damit nun alles zügig voran gehen kann. Der Zugang zum Hauptgebäude und zum Untergeschoss des Super C, wo jetzt die Einschreibungen an der RWTH laufen, sei gewährleistet. Voraussichtlich würden die Arbeiten „zwischen Ende Oktober und Mitte November abgeschlossen“. Letzter Satz der städtischen Mitteilung: „Alle Beteiligten sind mit dem Verlauf und dem Ergebnis des Gespräches zufrieden.“

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