Kuriose Einbruchsserie: 68 Mal beißt sich der Täter die Zähne aus

Von: Oliver Schmetz
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Aachen. Ob der Täter eine spezielle Abneigung gegen Zahnärzte hegt, ist nicht überliefert - schließlich hat man ihn noch nicht gefasst. Aber dass er eine Vorliebe für Zahnarztpraxen als Einbruchsobjekte pflegt, ist belegt.

Insgesamt 70 Mal hat er binnen sechs Monaten im Stadtgebiet nachts dort zugeschlagen, wo Dentisten tagsüber ihren Bohrer ansetzen - falls es sich tatsächlich um einen Einzeltäter handelt.

Von dieser Möglichkeit geht die Aachener Polizei jedoch aus. „Die ähnliche Art des Vorgehens in allen Fällen legt diese Vermutung nahe”, sagt Polizeipressesprecherin Iris Wüster.

Dabei wurde übrigens weniger gebohrt als vielmehr gehebelt - allerdings mit glücklicherweise geringer Durchschlagskraft: Nur in zwei Fällen gelang dem Einbrecher die Operation, 68 Mal dagegen biss er sich gleichsam die Zähne aus.

Den letzten vollendeten Einbruch stellte die Polizei am 30. März in einer Praxis am Adalbertsteinweg fest, wo ein Laptop entwendet wurde.

In einem anderen Fall war eine geringe Bargeldsumme gestohlen worden. Der letzte gescheiterte Versuch datiert aus der Nacht vom 23. auf den 24. April an der Vaalser Straße.

Davor wurde das Brecheisen an Praxistüren in der Roermonder Straße, Trierer Straße, Harscampstraße und Johanniterstraße angesetzt. „Der Täter reist quer durch die Stadt, die Fälle reichen von Laurensberg bis zur Eupener Straße”, sagt Wüster und bittet Zeugen, die Verdächtiges in der Nähe von Zahnarztpraxen bemerken, sich unter 9577-31501 zu melden.

Derweil rät die Polizei zur Prävention - auch wenn es oft beim Einbruchsversuch blieb. Mehr als zehn Arztpraxen hat Norbert Winkler vom Kommissariat Vorbeugung in den vergangenen Wochen besucht.

„Und ich habe keine gesehen, in der nicht noch etwas verbessert werden könnte”, sagt er. Zwei grundlegende Tipps (ausführliche Infos unter 9577-34401) hat er für die Zahnärzte und alle anderen Praxisbetreiber parat: erstens die solide mechanische Absicherung aller Fenster und Türen, zweitens den Schutz hochwertiger Instrumente per Gravur.

„Denn dann können sie nicht mehr auf dem Schwarzmarkt in ausländische Zahnarztpraxen verkauft werden.” Beim Gravieren haben übrigens die Dentisten einen Vorteil, hat der Polizist erfahren.

„Ich kenne einige Zahnärzte, die das mit einem alten Bohrer selbst erledigt haben”, sagt der Polizist.
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