Kunstwerke erhalten durch Bücher neuen Sinn

Von: Kristina Toussaint
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Kunstwerke in Büchern, Bücher als Kunstwerke: Die jungen Designer der Fachhochschule zeigen ab heute Abend ihre Arbeiten im Ludwig Forum. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Den zentralen Aspekt aus dem Werk eines Künstlers herausfiltern, um daraus eine neue, experimentelle Publikation in Buchform zu schaffen: Das Ludwig Forum zeigt ab Donnerstag die entsprechenden Arbeiten von Studierenden des Fachbereichs Gestaltung.

Das außergewöhnliche Projekt ist eine Kooperation mit der Fachhochschule Aachen anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Museums.

Den Kerngedanken des Künstlers aus der Auseinandersetzung mit einem einzelnen Kunstwerk ziehen und dann „im Geiste dieses Kunstwerkes“ eine eigene Arbeit schaffen, dies war die Herangehensweise der elf Design-Studierenden, so Karl-Heinz Jeiter vom Ludwig Forum.

Im Designstudium sei es üblich, „in der bildenden Kunst nach Ansätzen zu fischen“, so Lukas Ruchig, einer der Studierenden. Das Besondere an dem Projekt sei jedoch die Selbstlimitierung der Arbeit auf eine zentrale Idee, die Reduzierung auf einen Aspekt. „Positionen – Untersuchungsberichte im Buchformat“ ist die Ausstellung dann auch betitelt.

Über den Zeitraum eines Semesters sind im Rahmen von Seminar- beziehungsweise Masterarbeiten die verschiedensten Druckpublikationen entstanden. Verbindendes Merkmal ist die in fast alle Arbeiten integrierte Siebdrucktechnik, die die FH-Studierenden in Seminaren des Ludwig Forums erlernen können. Eine Zusammenarbeit, aus der auch die Idee des Kooperationsprojektes geboren wurde.

In der Arbeit von Lisa Skellington findet sich der Siebdruck gleich auf der Titelseite: Ein Abbild von Wegpunkten lässt ihren nächtlichen Gang mit der Kamera durch die Aachener Innenstadt nachvollziehen. Aus dem Werk des Land-Art-Künstlers Richard Long hat sie den Aspekt menschlicher Hinterlassenschaften in der Stadt herausgegriffen und erzählt in minimalistischen Fotografien anhand von Glasscherben oder Plastikbesteck Geschichten, die gänzlich ohne die Abbildung von Menschen auskommen.

Bella Slavkova greift in ihrer Arbeit „Chain Reaktions in the Kitchen“ die Idee der Kettenreaktionen des Künstlerduos Fischli und Weiss auf. Anhand von Kochrezepten stellt sie in großartigen Illustrationen den Entstehungsprozess von schweizerischen Gerichten dar. Pia Scholz und Elisabeth Horschmann übertragen die große Formenvielfalt von Industriebauten auf die Formen der Typografie.

Theresa Bispinck untersucht das Konzept der Wegwerfgesellschaft nach dem Vorbild von Warhols „Campbell“-Dosen und verhilft unästhetischen Veranstaltungs-Flyern per Siebdruck zu neuer Schönheit. Anna Müller lässt „everyday objects“ durch großformatigen Zeitschriftendruck in die Wahrnehmung des Betrachters rücken. Luis Hartmann vermittelt, inspiriert von Peter Youngs „dot paintings“, anhand von Illustrationen und Zitaten den „spirit of rap music“. Viele der Arbeiten sind von den Studierenden sogar selbst gebunden – ein Buchbindeseminar ist Teil des Gestaltungsstudiums.

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