Kunstprojekt: Performance trifft auf Installation

Von: Claudia Heindrichs
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Kunst macht Frieden in der Citykirche: von links Gerd Lebjedzinski, Karl-Heinz Otten, Gerda Zuleger, Andreas Grude, H.W. Menges-Spell, Veronika Thomas-Ohst und Timotheus Eller. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Worte haben eine große Macht. Sie können trösten oder verpönen, sie können unterstützend wirken oder Stein des Anstoßes sein. Sie können Kriege begründen oder zum Frieden führen. Doch dafür müssen Worte gehört werden!

Um gehörte und nicht-gehörte, geschriebene und gesprochene Worte geht es beim Abschlussprojekt der 18. Aachener Friedenstage. „Kunst – Macht – Frieden. Die Macht der Worte“ heißt das Thema, das durch eine eindrucksvolle Kirchrauminstallation und eine Performance in Form von Wort, Tanz und Musik am Freitag um 18.30 Uhr in der Citykirche St. Nikolaus, Großkölnstraße, präsentiert wird.

Kunst als politisches Stilmittel

„Wir nutzen die Kunst als politisches Stilmittel“, erklärte Veronika Thomas-Ohst, Vorsitzende des Euregioprojekts Frieden, das die alljährlichen Friedenstage veranstaltet. Ein Jahr lang haben sie und die mitwirkenden Künstler an dem Projekt gearbeitet, das sowohl Kritik als auch Weckruf zum Umgang mit Menschenrechten, Freiheit und Frieden darstellen soll.

Die Kirchrauminstallation besteht aus einem Gemälde von Gerd Lebjedzinski und einem käfigartigen Gebilde von Gerda Zuleger und Hans-Wolfgang Menges-Spell. Durch einen grünen Teppich sind beide Exponate miteinander verbunden. Auf dieser Art „Brücke“ wird Freitagabend die Performance mit Schauspielerin Barbara Portsteffen, Rezitator Andreas Grude und Butoh-Tänzerin Mieke Verhooren stattfinden. Begleitet wird der Abend von Musiker Lasse Lemmer.

Die Installation stellt Gut und Böse als Dualität des Lebens einander gegenüber. Dieser vermeidlich klar trennbare Gegensatz wird in den vorgetragenen Texten aufgegriffen und in einem Zwiegespräch zwischen Portsteffen und Grude aufeinandertreffen.

Während das Wort am Freitagabend im Vordergrund steht, lohnt sich dennoch ein genauerer Blick auf die Kunstwerke, die mehr als nur Rahmen und „Bühne“ der Performance sind. So ist beispielsweise das käfigartige Gebilde mit Papier ausgelegt, auf dem die Kriegsgebiete dieser Welt mit aktuellen Opferzahlen verzeichnet sind. „Hilflosigkeit und Ohnmacht der Opfer, sowie die Frage, ob man sich aus dem Käfig und den Umständen, in denen man lebt, befreien kann“, erklärte Künstlerin Gerda Zuleger die thematischen Eckpunkte des Werkes.

Einen Anlass zum Schmunzeln gibt es auf der anderen Seite der „grünen Brücke“. Das Gemälde von Gerd Lebjedzinski beinhaltet positive Begriffe, wie Respekt, Glück, Demokratie und Bratwurst. Wieso „Bratwurst“? Dieses Wort schient in diesen Zusammenhang überhaupt nicht hineinzupassen. „Schauen Sie sich das Gemälde eine Weile an und denken Sie darüber nach. Wenn es Sie wirklich interessiert, verrate ich meine Beweggründe vielleicht Freitagabend“, lachte Lebjedzinski.

Die Installation ist noch eine Woche in der Citykirche zu sehen. Der Eintritt heute ist frei.

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