Kunstauktion: Manche Chance auf exklusive Werke blieb ungenutzt

Von: Kristina Toussaint
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Wer bietet mehr? Im Spiegelfoyer des Theaters kamen Werke von 37 hochkarätigen Künstlern unter den Hammer, Alt-OB Jürgen Linden (hinten r.) legte sich als Auktionator mächtig ins Zeug. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Obwohl die Werke vieler namhafter Künstler gehandelt wurden und der Großteil des Erlöses den Aktionen „Theater für alle“ und „Erste Schritte“ zukommt, waren die Bieter bei der dritten Auktion der Theaterinitiative Aachen eher zurückhaltend. Für die Projekte der Theaterinitiative kamen letztendlich rund 10.000 Euro zusammen.

Die 37 vertretenen Künstler haben alle einen engen Bezug zu Aachen – entweder sind sie hier geboren oder haben ihren Lebensmittelpunkt im Dreiländereck. Um reine Lokalgrößen handelt es sich aber keineswegs – alle sind renommiert und weit über die Grenzen der Region oder in vielen Fällen sogar weltweit bekannt.

Gäste aus Übersee

Werke von Klaus Eichenberg, Jupp Linssen, Andreas Magdanz oder Wilhelm Schürmann lockten sogar Auktionsgäste aus Übersee in den Spiegelsaal des Stadttheaters, und auch die Vizepräsidentin des Bundestages, Ulla Schmidt, hatte sich mit einer Bietertafel „bewaffnet“. Als es dann jedoch daran ging, die nummerierten Tafeln in die Luft zu halten, wurde das Auktionspublikum ungewohnt zurückhaltend. „Dann müssen wir selbst einen Magdanz wegstellen“, bedauerte der ehemalige Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden, als für drei Fotografien der Projekte „Stuttgart Stammheim“ und „Vogelsang“ keine Gebote ausgerufen wurden. Auch für die kleineren Versionen der Drucke von Christian Odzuck aus der Mies van der Rohe-Ausstellung im Ludwig Forum – mit 130 mal 260 Zentimetern immer noch imposant – hob keiner die Hand.

Ebenso fand sich für die raffiniert als „Galaxie“ betitelte Fotografie von Tobias Danke, die eigentlich ein Luftbild eines Schotterplatzes voller Gerümpel zeigt, kein neuer Besitzer. Als „absolute Schnäppchen“ pries Auktionator Linden viele der Werke an, selbst für einen Wochenendeinkauf oder ein schönes Essen würde man doch teilweise mehr einrechnen müssen. Dennoch gingen viele Gemälde, Fotografien und Objekte gerade einmal zum Mindestgebotswert weg. So konnte Ulla Schmidt bei einem auf über 1000 Euro geschätzten großformatigen Werk von Andreas Leifeld bei der dafür gesetzten Untergrenze von 700 Euro zuschlagen.

Zwischen 50 und 100 Prozent der Auktionseinnahmen kommen den Projekten der Theaterinitiative zugute. „Erste Schritte“ unterstützt junge darstellende Künstler mit einem Stipendium beim Einstieg ins Berufsleben, und die neu ins Leben gerufene Aktion „Theater für alle“ soll sozial benachteiligten Menschen jeden Alters den Theaterbesuch ermöglichen. Insgesamt konnten mit der Versteigerung 10.000 Euro für diese Projekte gesammelt werden.

Die übrig gebliebenen Werke haben teils im Anschluss in stiller Versteigerung den Besitzer gewechselt. Noch zu ergattern waren zum Ende unter anderem das grafische Motiv „Motorradlärm“ auf dreieckiger Leinwand von Lars Breuer, die „Pyramiden“ von Klaus Eichenberg oder die dreidimensionale Malereiskulptur „Schief“ aus Aluminium und Ölfarbe von Julia Lohmann.

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