Kunst wartet auf den Hammer

Von: Ines Kubat
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Rückt die Werke ins rechte Bi
Rückt die Werke ins rechte Bild: NAK-Interims-Direktorin Stephanie Seidel mit zwei Bildern von Hans Peter Feldmann, die zusammen für 45.000 Euro ausgerufen werden. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Was macht eine zerrissenen Barbiepuppe in einer skurril anmutenden Pose zu Kunst? Welche Idee steckt hinter der „Liquid-Skulpture” - 30 Flaschen Alkohol, die scheinbar willkürlich auf den Boden gestellt wurden?

Und warum sind Sammler und Kunstfreunde bereit, hunderte oder gar mehrere tausend Euro für einen Notizzettel auszugeben, der nicht mehr als ein paar mit Bleistift geschriebene Ziffern enthält?

Diese Fragen mag man sich stellen, wenn man die Räume des Neuen Aachener Kunstvereins durchschreitet und die zahlreichen Werke Zeitgenössischer Künstler betrachtet. Am Samstag, 10. Dezember, ab 18 Uhr wird Prof.essor Henrik Hanstein, Leiter des Kunsthauses Lempertz in Köln, diese Kunstwerke bei der alljährlichen Benefizauktion des Kunstvereins in der Passstraße 29 unter den Hammer bringen.

Objekte sind Höhepunkt

Insgesamt rund 120 Werke namhafter nationaler, internationaler aber auch regionaler Künstler stehen am Samstag zum Verkauf - 30 davon noch etwas länger in einer stillen Auktion, erklärt Stephanie Seidel eine der zwei Interims-Direktorinnen des Kunstvereins.

Besondere Highlights seien die Objekte international erfolgreicher Künstler wie Hans-Peter Feldmann, so Seidel. In Kooperation mit Feldmann, der derzeit bei allen wichtigen Ausstellungen moderner Kunst vertreten sei, hatte der Kunstverein bereits eine eigene Ausstellung, erklärt der Vorstandsvorsitzende Dr. Werner Dohmen weiter.

Ebenso freut sich Seidel über die Teilnahme jüngere und noch recht unbekannter Künstler. Auch einige befreundete und dem Verein nahestehende Kunstschaffende beteiligen sich in diesem Jahr wieder an der Auktion, deren Erlös zum Großteil an den Verein gespendet wird. Denn dieser könne ohne eine solche Unterstützung sein Kulturprogramm nicht finanzieren, erklärt die Direktorin.

Von Skulpturen und Installationen, über Drucke bis hin zu „klassischen” Ölgemälden im zeitgenössischen Stil reicht die Bandbreite des abwechslungsreichen Angebots für Sammler und Kunstliebhaber in diesem Jahr, bei dem die Bieter zudem auf einige Schnäppchen hoffen können, da die Eröffnungsangebote zum Teil weit unter dem eigentlich geschätzten Wert der Objekte liegen werden.

Bis zum 8. Dezember können die Werke jeweils von 14 bis 20 Uhr im Haus des Kunstvereins im Stadtpark angeschaut werden. Zudem werden Führungen angeboten, bei denen regionale Kunstexperten Werke näher erklären, die ihnen besonders wichtig erscheinen. Unter anderem bietet Professor Dr. Alexander Markschies vom Institut für Kunstgeschichte der RWTH Aachen am heutigen Montag, 19.30 Uhr, einen persönlichen Zugang zu den Auktionsstücken.

Und manchmal bedarf es tatsächlich einer solchen Erklärung, um ein Urteil über die Kunstobjekte fällen zu können - manchmal muss man nähertreten und genauer hinschauen. Denn Zeitgenössische Kunst ist mehr als die reine Kunstfertigkeit, einen präzisen Pinselstrich zu führen. Vielmehr scheinen Ideen und Konzepte für die Künstler im Mittelpunkt zu stehen, die mit Farben und Materialien ebenso virtuos spielen, wie mit den Erwartungen der Betrachter und den Grenzen des Begriffes Kunst. Und daher liegt auch der Wert der zeitgenössischen Werke, wie die groteske Barbiepuppe und der puristische Notizzettel, vor allem im Auge eines jeden Betrachters.
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