Kunst in der Frankenburg: Ein Heimspiel für Eric Peters

Von: Ricarda Timm
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Kabinettausstellung in der Burg Frankenberg: Der Maler Eric Peters zeigte bei der Vernissage „Herr Mao kauft ein“ dem Kurator Wolfgang Becker sein großes Werk.

Aachen. Eric Peters ist der erste Frankenberger Künstler, der mit sechs Bildern eine ganz besondere Atmosphäre in die alte Burg holt. Eine, die keine Schlichtheit versprüht, sondern den Besucher beim Betreten in den rechteckigen Raum in eine Welt eintauchen lässt, die für uns anders ist: fernöstlich, mondän, kapitalistisch und kommunistisch, alt und neu, tierisch und menschlich.

Sechs Bilder aus Peters‘ Schaffen der letzten drei Jahre werden gezeigt. „Herr Mao kauft ein“ heißt die Ausstellung, die nun in der Burg Frankenberg zu sehen ist – nach dem Bild, das den kommunistischen Herrscher persönlich zeigt.

Eingetaucht in ein strahlendes Sonnengelb thront sein rundlicher Kopf hoch oben auf einer Art Mauer, über die das Wasser des Lago Maggiore in Norditalien schwappt. Fast sieht es so aus, als schwimme er in dem See, in dem ein seltener Bugatti, ein Auto der 1930er Jahre, versenkt wurde. „Wie ein versunkenes Ideal, versunken wie der Schatz der Nibelungen. Und oben drüber der Führer, der Gottheit geworden ist“, beschreibt Wolfgang Becker beeindruckt.

Der ehemalige Leiter des Ludwig Forums und Kunsthistoriker hält Peters‘ große Bilder für epochale Werke in Westdeutschland. Er hat die Ausstellung gemeinsam mit der Vorsitzenden des Vereins Frankenb(u)erger, Inge Klusemann, initiiert. „Für hohe Kunst muss man in unserem Viertel gar nicht so weit gehen“, so Klusemann. Es gehöre auch zum Anspruch des Vereins, den Menschen Kunst näherzubringen.

Zu den ausstellenden Künstlern der Reihe gehören außerdem Tim Berresheim im Herbst und Klaus Schmetz im nächsten Frühjahr. „In Aachen auszustellen, ist für mich selbstverständlich. Und es kommt hinzu, dass Wolfgang Becker mich gefragt hat; und da kann ich nur schwer nein sagen“, schmunzelt Peters. Obwohl er sich sonst – Becker nennt ihn einen „eremitischen“ Künstler – hauptsächlich in seinem Atelier im Frankenberger Viertel aufhält und sein Schaffen aus der Fantasie zieht, hat seine Umgebung Einfluss auf ihn. „Für Menschen wie mich ist es einfacher, in einer relativ kleinen Stadt wie Aachen zu leben, in der es weniger Distanz gibt“, erklärt Peters.

Sein Mao-Bild wird durch zwei Pandas, die Peters‘ aktueller Phase des Experimentierens mit quantenphysischen Spiegeln entstammen, einer leeren Holzschale, einer ägyptischen Büste und einem weiteren Bild eingerahmt. Wie diese ungewöhnliche Mischung letztlich zusammenpasst, sollen die Besucher selbst herausfinden, denn, so Peters: „Es gibt nichts mehr zu sagen.“

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