Kulturprojekt „Made in Europe“ lädt Jugendliche zum Kinotag

Von: Kristina Toussaint
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Aachen. Einen ganzen Tag im Kino verbringen? Bisher ist das eigentlich nur üblich, wenn der neue Teil einer Filmreihe erscheint, und man vor der Premiere noch einmal alle Teile am Stück ansehen kann.

Unter dem Titel „Made in Europe: Zwei Filme. Ein Tag“ laden Karlspreisstiftung und Stadt am morgigen Donnerstag jedoch auch 150 Schülerinnen und Schüler zu einem solchen Erlebnis ein.

Bereits seit mehreren Jahren dehnt sich das Rahmenprogramm der Karlspreisverleihung auf ein immer größeres, mehrere Monate umfassendes Spektrum an Veranstaltungen aus. „Europa ist eine Ganzjahresveranstaltung, das haben uns auch die traurigen Ereignisse der letzten Tage gezeigt“, so Jürgen Linden, Sprecher des Karlspreisdirektoriums. Europa sei im Fluss, bunter geworden, und uns als Europäern stellten sich heute andere Aufgaben als noch vor 10 bis 20 Jahren.

Gestaltet werden wird dieses neue Europa von denen, die heute jung sind. Klar also, dass das Programm rund um den Karlspreis viel für diese Zielgruppe zu bieten hat. Neben dem Jugendkarlspreis gehört nun auch das Kulturprojekt „Made in Europe“ dazu. Nachdenken über Themen wie Diskriminierung, Rassismus, Toleranz und Teamarbeit – wichtige Themen für Europa also.

Das Pilotprojekt ermöglicht den teilnehmenden Klassen des Berufskollegs Eschweiler, der Gymnasien St. Leonhard und Geschwister-Scholl und der GHS Drimborn zwei aktuelle Filme zu sehen – und zwar in einem anderen Rahmen als gewohnt: nicht abends allein vor dem Computer, sondern tagsüber auf der großen Leinwand. Anschließend soll, moderiert von Filmkritiker Günter H. Jekubzik, über das Gesehene diskutiert werden. Am Gespräch mit den 14- bis 21-Jährigen beteiligen sich unter anderem der syrische Schriftsteller Suleman Taufiq und Filmemacherin Miriam Pucitta.

Gezeigt wird im Kinosaal des Cineplex zunächst „Die Schüler der Madame Anne“, ein französischer Film über eine „Problemklasse“ in der Pariser Banlieue. Nach Gespräch und Stärkung geht es dann weiter mit „Mein Herz tanzt“, einer deutsch-französisch-israelischen Produktion. Der Film aus dem Jahr 2014 erzählt vom palästinensischen Schüler Eyad, der sich in den Kopf setzt, eine israelische Eliteschule zu besuchen. Als erster Araber wird er dort jedoch nicht nur mit offenen Armen empfangen – vor allem den Eltern seiner neuen jüdischen Freundin ist er ein Dorn im Auge.

Das über den ganzen Tag dauernde Programm wird den Schülern einiges zum Nachdenken geben, dessen sind sich die Organisatoren sicher. Olaf Müller, Leiter des Kulturbetriebs der Stadt, ist überzeugt, dass Spielfilme „über die ästhetische Erfahrung einen Impuls geben“ können. Auch Thomas Söpper vom Cineplex, der „Die Schüler der Madame Anne“ ausgewählt hat, vertraut auf die Kunst des Films, um relevante Themen ins Bewusstsein des Zuschauers zu bringen. Ein Baustein also für ein buntes, friedliches Europa.

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