Kulturpreis Karl IV.: Ein ausgezeichneter Austausch

Von: kaa
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Kulturpreis für tschechische und deutsche Studenten: Vera Blazek (l.) vom Kulturverein Aachen-Prag, Prof. Petr Konvalinka (2.v.l.), Rektor der CVUT Prag, RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg (Mitte) und Jury-Sprecher Prof. Dr. Harald Müller (r.) freuen sich mit (v.l.) Jan Mára und Kristina Svandová aus Prag und Laura Witzenhausen und Felix Engelhardt aus Aachen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Zum sechsten Mal verlieh der Kulturverein Aachen-Prag seinen Kulturpreis Karl IV. an Menschen, die sich für den Austausch zwischen den beiden Städten und für eine Intensivierung der innereuropäischen Beziehungen einsetzen.

Und die Preisträger dieses Jahres erfüllten die Widmung im besten Sinn: Studierende, die sich im Studierendenaustausch der CVUT Prag und der RWTH engagieren, nahmen Urkunden und Medaillen entgegen.

Den festlichen Rahmen der Verleihung bot der Fordsaal im Super-C, ein Ort, der, wie Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp bemerkte, das Spannungsfeld abbildet, in dem sich Aachen bewegt. Die Geschichte auf der einen Seite, repräsentiert durch den Aachener Dom, historische Krönungsstätte der deutschen Könige. Auf der anderen die Moderne, repräsentiert durch die RWTH, in der die Stadt versucht, mit Hilfe der Wissenschaft Antworten auf aktuelle Fragen zu finden.

Wenn ein Preis verliehen wird, bei dem ein interkultureller Austausch zwischen zwei europäischen Hochschulen im Mittelpunkt steht, ist die Reflexion der aktuellen Situation in Europa kaum vermeidbar. RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg wies darauf hin, dass rund ein Drittel seiner Studenten aktiv das Erasmus-Programm nutzen.

Marcel Philipp betonte, wie wichtig persönliche Begegnung sei, um gemeinsam eine sichere Zukunft aufzubauen. Das Referendum in Großbritannien habe gezeigt, dass vor allem die junge Generation international ausgerichtet sei und die Idee eines gemeinsamen Europas zu schätzen wisse.

Den Grundstein für dieses gemeinsame Europa legten die Gründerväter als Konsequenz aus den schrecklichen Erfahrungen des zweiten Weltkrieges. Das Referendum habe jedoch auch gezeigt, dass die beiden Generationen dazwischen nicht einverstanden seien mit dem Weg, den Europa eingeschlagen habe. Philipp warb um Vertrauen für die junge Generation, Europa neu zu erfinden.

Den Preis nahmen für die CVUT Prag die Studenten Kristina Svandova und Jan Mara gemeinsam mit ihrem Rektor Petr Konvalinka aus den Händen von Jury-Sprecher Harald Müller entgegen. Für die RWTH kamen Laura Witzenhausen und Felix Engelhardt mit Rektor Ernst Schmachtenberg auf die Bühne. „Der Preis wird ausgestellt, so dass alle Studierenden etwas davon haben“, versprach Laura Witzenhausen.

Kooperation seit 20 Jahren

Der Austausch zwischen den beiden technischen Universitäten besteht seit 20 Jahren. Aktuell sind rund 20 Studierende an der RWTH eingeschrieben, im Gegenzug haben auch 20 Aachener Studierende die Prager Partneruni besucht. Die Zusammenarbeit soll durch weitere Vereinbarungen intensiviert werden, berichtete Vera Blazek, Vorsitzende des Kulturvereins Aachen-Prag.

Einer, der bereits jetzt vom Austausch profitiert, ist Martin Konetzki, der zurzeit in Aachen an seiner Masterarbeit schreibt. „Das Programm öffnet viele Türen“, sagt er. Es habe ihn motiviert, Deutsch zu lernen. Auch die Einblicke durch die Praktika in deutsche Industrieunternehmen haben ihm viel gebracht.

Unter den Gästen des Festaktes war auch der Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport der Tschechischen Republik, Jindrich Fryc. Er strich die Bedeutung der Verbindung der beiden Hochschulen heraus: Die CVUT in Prag ist die älteste technische Hochschule der Tschechischen Republik und brachte zahlreiche namhafte Absolventen, unter anderem den ehemaligen teschischen Ministerpräsidenten Vazlac Havel, hervor.

Die RWTH Aachen zählt zu den besten interdisziplinär arbeitenden Hochschulen Europas. Die Studierenden der beiden Hoschulen lebten mit ihrem Austauschprogramm den Geist des Namensstifters Karl IV., der sich in seiner Zeit bereits für ein friedliches Zusammenleben der europäischen Nationen einsetzte, im besten Sinne vor.

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