Aachen - Kulturpreis an Chöre aus Aachen und Prag

Kulturpreis an Chöre aus Aachen und Prag

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Preisträger in Aktion: Der Aachener Domchor (links) und den Prager Kinder- und Jugendchor „Zvonky“ wurden mit dem Kulturpreis ausgezeichnet. Foto: Andreas Herrmann
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Bei der Preisverleihung: Berthold Botzet (links) und Jarmila Novenková (3. von rechts) mit Vera Blazek, OB Marcel Philipp und Wolfgang Rombey. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Der Dom verwandelte sich am Sonntag in eine klingende Kathedrale. Aus gutem Grund: Zum vierten Mal verlieh der Kulturverein Aachen-Prag den Kulturpreis Karl IV., mit dem besondere Leistungen zur Intensivierung der Kontakte zwischen Prag und Aachen, zur Verständigung zwischen beiden Staaten sowie zur Förderung von Kultur, Kunst und Wissenschaft gewürdigt werden.

In diesem Jahr erhielten der Prager Kinder- und Jugendchor „Zvonky“ („Glöckchen“) und der Aachener Domchor diese Auszeichnung. Beide Preisträger gestalteten mit ihrem tief beeindruckenden, klangvollen Gesang anspruchsvoller Kirchenmusik den Gottesdienst sowie den daran anschließenden Festakt.

Das Hochamt konzelebrierten Dompropst Helmut Poqué, Generalvikar Manfred von Holtum und der Prager Dompropst Matejka. Den ersten Eindruck vom gesanglichen Können der 43 aus Prag angereisten Sängerinnen und vier Sänger des Jugendchores erlebten die Gottesdienstbesucher mit dem Gloria von Jan Novak sowie der Motette „Confitebor tibi“ von Petr Eben, mit denen sie durch sensiblen und klangreinen Gesang überzeugten.

Die jugendlichen Sänger und Herren des Aachener Domchores überzeugten mit dem innigen bis jubilierenden Gesang bei der Motette „Jubilate Deo“ von Benjamin Britten und dem Sanctus aus der „Missa „festiva“ von Alexandre Gretchaninoff. Für den neuen Domorganisten, Professor Michael Hoppe, war die Begleitung an der Orgel zugleich seine Premiere im Dom. Mit der „Toccata“ aus der V. Orgelsymphonie von Charles Marie Widor leitete er zur Preisverleihung über.

Hatten die beiden Chöre während des Hochamts im Obergeschoss des Oktogons gesungen, so nahmen sie nun rechts und links vor dem Altarbereich Aufstellung. Die Vorsitzende des Kulturvereins Aachen-Prag, Vera Blazek, unterstrich in ihrem Grußwort, dass beide Chöre dem Kulturpreis „in vorbildlicher Weise eine neue, herrliche und frische Note“ verleihen.

Der erst 1996 gegründete Kinder- und Jugendchor Zvonky sei unter der Leitung von Professor Jarmila Novenková mit seinen insgesamt 220 jugendlichen Sängerinnen und Sängern bereits mehrfach bei nationalen und internationalen Wettbewerben quer durch Europa sowie die USA und Kanada ausgezeichnet worden. „Über Sprachbarrieren hinweg haben das Kennenlernen und der Austausch gleichaltriger Jugendlicher der beiden Chöre bereits bestens funktioniert“, so Blazek. Als besonders gelungene Beispiele für diesen jungen Dialog zwischen Aachen und Prag gelten dabei der Besuch des Prager Chores 2009 in Aachen und der Gegenbesuch des Domchores in Prag 2012.

In seiner Laudatio erinnerte OB Marcel Philipp an den Namensgeber des Kulturpreises, Kaiser Karl IV., der 1347 in Prag zum böhmischen und 1349 in Aachen zum deutschen König gekrönt wurde. Die Gründung des Aachener Domchores gehe auf die von Karl dem Großen und dem Gelehrten Alkuin von York gegründete Hofschule, die Schola Palatina, zurück. „Über die Jahrhunderte hinweg musizierte der Chor in der Aachener Pfalzkapelle und so, mit großer Wahrscheinlichkeit, auch 1349 bei der Krönung Karls IV.“, so der OB. Heute gestalte der seit 2000 unter Leitung von Domkapellmeister Berthold Botzet stehende Domchor jährlich etwa 70 Konzerte und Gottesdienste im Dom. Darüber hinaus tritt er im Bistum und angrenzenden Diözesen auf.

Die Verleihung der Medaillen und Urkunden des Kulturpreises an die beiden Chöre und ihre Leiter nahmen Kulturdezernent a.D. Wolfgang Rombey, Vera Blazek und OB Marcel Philipp vor. „Wir fühlen uns durch diesen Preis geehrt und sind ganz sicher motiviert, weiterhin kreativ unsere musikalischen Freundschaften zu pflegen und zu intensivieren“, erklärte Botzet. „Uns alle verbindet die Musik, die keine Grenzen kennt. Sie hat eine unglaubliche Kraft und kann Nichtgesagtes ausdrücken“, betonte Novenková und zitierte Leonhard Bernstein: „Für Gefühle, für die kein Wort gefunden wurde, hat die Musik einen Ausdruck.“ Der von beiden Chören gemeinsam gesungene Psalm 150 „Lobet den Herrn“ bestätigte diese Aussage als glanzvolles Finale.

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