Kulturmanager Takvorian will Grenzen sprengen

Von: Matthias Hinrichs
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Hat nicht nur der Tanzkunst eine Plattform gegeben: Kulturmanager Rick Takvorian freut sich aufs Gespräch mit den Bürgern. Foto: Plitzner

Aachen. Was wollen die Aachener wirklich, wenn es darum geht, mit den kulturellen Pfunden ihrer Stadt zu wuchern - und was nicht? Die zweite Frage könnte noch schwieriger zu klären sein als die erste. Viele Antworten darf man dennoch bei den Bürgerforen zum „kulturellen Leitprofil” erwarten.

Rick Takvorian jedenfalls hat das richtige Gespür fürs Machbare und Wünschenswerte bewiesen, als er die Idee für „Schrittmacher” vor 16 Jahren in die Tat umsetzte. Längst macht das Tanzfestival im Ludwig Forum seinem Namen reichlich Ehre - auch wenn es darum geht, Publikum und Künstler von jenseits der Grenzen ins Dreiländereck zu locken.

„Wir haben damals eine Lücke gefüllt”, sagt Takvorian. Das Genre schien nicht wirklich angesagt, im Stadttheater etwa sollte die Sparte Ballett bald darauf eingestampft werden. Der gebürtige Amerikaner ließ sich davon nicht beirren. „Wir suchten nach einem guten Pendant zur Bildenden Kunst.” Tanz schien ideal - „weil auch er unabhängig von der Sprache verstanden wird”.

Der 53-Jährige, der mittlerweile das Veranstaltungsmanagement im städtischen Kulturbetrieb leitet, will die Erfolgsgeschichte durch neue grenzüberschreitende Kooperationen fortschreiben. Dass er dank weitreichender Kontakte und Kenntnisse spektakuläre Impulse setzen kann, hat er wohl bewiesen. Die Gastspiele von Weltstars wie Peter Gabriel im Forum wären ohne ihn ebenso wenig denkbar gewesen wie etwa die skurrilen Straßenaktionen beim „across the borders”-Reigen vergangenes Jahr. Die „Lange Nacht der Museen” hat er maßgeblich mit etabliert.

Takvorian weiß , dass „die Kultur” nur durch Teamarbeit funktionieren kann, durch effektive Vernetzung der Angebote - und mit reger Beteiligung des Publikums. „Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, mit ihm zu reden, damit kein Vakuum entsteht. Man schuldet das auch den Künstlern.” Um die Attraktivität dessen, was meist halb ironisch als „Event-Kultur” bezeichnet wird, ist Takvorian nicht bange. Er ist überzeugt, dass sich Performance-Stafetten wie „across the borders” bestens in die Pläne zur Positionierung und Vermarktung des Standorts Aachen integrieren lassen - auch als schillernde Schlaglichter, etwa im Zusammenhang mit der Entwicklung der Route Charlemagne.

Also ist doch alles gut? Keineswegs: „Natürlich bringt das Leitprofil es irgendwann auch mit sich, dass manchen etwas weggenommen wird.” Entscheidend wäre nach seiner Philosophie dann, ob sie es vermissen würden. Takvorian: „Um darauf Antworten zu finden, brauchen wir den Dialog mit den Bürgern unbedingt.”

Bürgerforen zum „Leitprofil”

Um Theater und Musik geht es am Dienstag, 24. März, um 19 Uhr im Spiegelfoyer des Theaters. Das Forum wird moderiert von Gerald Eimer und Achim Kaiser. Gesprächspartner sind Intendant Michael Schmitz-Aufterbeck, GMD Marcus Bosch, Musiker Heribert Leuchter, Guido Roderburg (Musikbunker), Uwe Brandt designierter Intendant Grenzlandtheater und Tom Hirtz (Das Da Theater).

Bildende Kunst, Theater, Film und Literatur stehen am Montag, 30. März, um 19 Uhr im Ludwig Forum, Jülicher Straße 97-109, im Mittelpunkt. Gesprächspartner sind Brigitte Franzen (Ludwig Forum), Nadya Bascha (Atelierhaus), Melanie Bono (Neuer Aachener Kunstverein, Rick Takvorian (Kulturbetrieb), Jürgen Egyptien (Walter-Hasenclever-Gesellschaft) und Günter Jekubzik (Cineast und Filmkritiker). Die Moderation übernehmen die AZ-Redakteure Robert Esser und Matthias Hinrichs. Anmeldung unter 432-4900.
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