Kulturdepot: Aus dem Hinterhof wird eine Schatzkiste

Von: Lamar-Aron Klassen
Letzte Aktualisierung:
14388145.jpg
Spannende Konzepte für einen spannenden Stadtteil: Die Beiträge im neuen Depot überzeugen durch viele moderne Ideen. Foto: Andreas Herrmann
14388147.jpg
Sarah Wolter und Thomas Klinkhammer von der RWTH ergatterten mit jungen Kollegen aus Berlin Platz 1. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Jede Stadt hat ihren vermeintlichen Hinterhof, doch Aachen-Nord hat sich viel eher als Schatzkiste präsentiert.“ Denn unter einem leicht verschmutzten Deckel von Unbekanntheit und Irrelevanz sei ein wahrer Schatz zum Vorschein gekommen, verdeutlicht Gerhard Curdes, emeritierter Professor für Städtebau und Landesplanung an der RWTH, den Wert von Aachen-Nord.

Der diesjährige Schlaun-Ideenwettbewerb widmete sich eben jener Schatzkiste und kürte am Dienstag seine Gewinner. Studenten und Berufseinsteiger der Fachrichtungen Architektur, Städteplanung und Bauingenieurswesen hatten bis zum 7. Februar die Aufgabe, unter dem Motto „Aachen-Nord 2030“ Konzepte für verschiedene potenzielle Bauvorhaben entlang der Jülicher Straße zwischen Heinrichsallee und Haaren zu entwickeln.

194 Gruppen von 42 verschiedenen Hochschulen meldeten sich an, 104 Arbeiten wurden eingereicht und 19 dieser Arbeiten am Dienstag ausgestellt. Im Depot Tal-straße, das ebenfalls erst im Februar seine Eröffnung erlebte, reihte sich Stellwand an Stellwand. Circa 50 Gäste bestaunten visuelle Präsentationen der ausgezeichneten Arbeiten in Form von Konzept-Bildern und Grundrissplänen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Oberbürgermeister Marcel Philipp. Er beschrieb Aachen-Nord als ein Gebiet „mit besonderer Dynamik“. Der Stadtteil gelte als Tor zur Innenstadt. „Auf der Achse entlang der Jülicher Straße“ hätten Industrie und Wohnen Tradition. Innovative Planungen in den Bereichen Kunst, Kultur und Freizeit kämen nun Schritt für Schritt hinzu. Neben der Herausstellung des besonderen Potenzials der Stadt Aachen beim Städtebau dankte Philipp Sponsoren, Juroren und Teilnehmern des Schlaun-Wettbewerbs.

Von den angesprochenen Teilnehmern erschienen jedoch nur wenige auch bei der Eröffnung der Ausstellung im Depot Talstraße. Einzig Sarah Wolter und Thomas Klinkhammer waren aus dem Kreis der Gewinner anwesend. Die beiden RWTH-Masterstudenten der Architektur hatten sich in der Fachrichtung Städtebau gegen 64 andere Konzepte durchgesetzt und mit ihrer Neuplanung des Gewerbegebiets „Grüner Weg“ vollends überzeugt.

Vom ersten Platz waren beide nach eigener Aussage überrascht worden. Wolter erklärte ihr ausgezeichnetes Konzept mit „alten Klinkergebäuden der Industrie, die als Identitätsstifter entlang einer Zone von verschiedenen Nutzungsfeldern dienen“.

Als Repräsentant des nach dem Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun benannten Wettbewerbs trat am Dienstag Ausschusssprecher Wolfgang Echelmeyer auf den Plan. Neben Klinkhammer und Wolter zeichnete er als Vertreter des Wettbewerbs Studenten der TUB Berlin mit dem geteilten ersten Platz beim Städtebau aus. Maria Shadrova von der RWTH erhielt die Auszeichnung im Fachbereich Architektur für die innovativste und beste Neuplanung der Montagehalle eines ehemaligen Transformatorenherstellers und Studenten der Hochschule Coburg waren im Fachbereich Bauingenieurswesen erfolgreich.

Für alle Planer der 19 ausgezeichneten Arbeiten war der Wettbewerb in jedem Fall lukrativ. Aus einem Gesamtpreisgeld von 24 500 Euro wurden die Preisträger je nach Platzierung belohnt. So öffnete sich für Wolter und Klinkhammer nicht nur die Schatzkiste „Aachen-Nord“, sondern auch die des Schlaun-Wettbewerbs. Für Wolter war dies ein netter Nebeneffekt: „Es ist schön, wenn sich die viele Arbeit auszahlt.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert