Kulturausschuss: Klimatisierung rückt in greifbare Nähe

Von: Matthias Hinrichs
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Ein lang gehegter Traum dürfte bald wahr werden: Die Teilklimatisierung des Ludwig Forums soll in Angriff genommen werden. Ein Sponsor stellt eine neuwertige Anlage zur Verfügung. Geklärt werden muss aber noch, wie hoch die Folgekosten für die Stadt Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Bange machen gilt nicht (mehr) - auch wenn das Theater ausgerechnet mit Camus´ „Die Pest” (6. Mai) und Joseph Roths „Hiob” (27. Mai) die letzten Schauspiel-Premieren der laufenden Spielzeit auf die Bühne hebt.

Im Kulturausschuss des Rates überwog gleichwohl die Zuversicht, dass in der kommenden Saison keine weiteren unheilvollen Botschaften in eigener Sache zu erwarten sind - trotz der teils nicht gerade unerheblichen Erhöhung der Eintrittspreise. Einmal mehr unterstrich Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck bei der Vorstellung des Programms: „Wir biedern uns nicht an, aber wir setzen auch diesmal auf große Titel.”

Und Chefdramaturgin Inge Zeppenfeld betonte, das Angebot setze eben nicht allein auf klassische Publikumsmagneten wie Büchner, Molire oder Kleist, Wagner, Strauss oder auch Roger Cicero, Stargast beim konzertanten Saisonstart mit den „Kurpark Classix”. Immerhin vier ambitionierte Uraufführungen und damit im besten Sinne reichlich „Experimentelles” umfasse es ebenso (wir berichteten ausführlich). Auch dies nahmen die Politiker quer durch die Fraktionsbänke mit größtem Lob zur Kenntnis.

Die kleine Zwischenbilanz des Kulturbetriebs zum „Parallelwelten”-Projekt mit „Hyper Real” und „Joos van Cleve” schien da allemal angetan, den Optimismus zu befördern. Rund 13000 Besucher haben die Ausstellungen im Ludwig Forum und im Suermondt-Ludwig-Museum laut Kulturbetrieb bis vor wenigen Tagen gesehen - und damit die Erwartungen bis dato mehr als erfüllt. Gezittert haben die Macher trotzdem - und zwar vor allem im unmittelbaren Vorfeld der fulminanten Pop-Art-Präsentation an der Jülicher Straße. Dr. Annette Lagler, stellvertretende Leiterin des Forums, berichtete von ganz realen dramatischen Auseinandersetzungen mit Leihgebern „vor Ort”. Die hätten teils gar gedroht, ihre prominenten Kostbarkeiten postwendend wieder einzupacken - als ihnen eröffnet wurde, dass von Klimatisierung in der Schirmfabrik noch immer keine Rede sein könne...

Das soll sich bald ändern: Wie berichtet, will ein Unternehmen aus der Region dem Forum eine Klimaanlage spendieren. Kulturdezernent Wolfgang Rombey stellte einen umfänglichen Bericht der Verwaltung insbesondere im Hinblick auf die Kosten in Aussicht, die im Zusammenhang mit der geplanten „Ertüchtigung” des Hauses zu erwarten sind.

Und appellierte schon jetzt, die „einmalige Chance” konsequent zu nutzen. Damit könnte den konservatorischen Ansprüchen der Kunsthüter im linken Flügel der alten Fabrik inklusive Depot endlich Rechnung getragen werden. Seit Jahr und Tag war die heiß ersehnte Maßnahme immer wieder in der Versenkung der riesigen Etatlöcher verschwunden. Ende Mai nun soll der Politik eine Beschlussvorlage präsentiert werden mit konkreten Summen, die unter anderem für den Einbau eines flexiblen Wandsystems und nicht zuletzt die laufenden Betriebskosten fließen müssten. Zu klären wäre zudem, ob und in welchem Umfang das Forum beziehungsweise der städtische Kulturbetrieb die Finanzierung aus ihren eigenen Budgets stemmen können. In Sachen Umsetzung tickt die Uhr also bereits. „Für die Unterbringung der Anlage zahlt die Stadt bereits Miete”, erklärte Rombey.
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