Aachen - Kultur und Soziales in einer Doppelrolle

Kultur und Soziales in einer Doppelrolle

Von: Laura Hentz
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Hoffen auf Unterstützung für
Hoffen auf Unterstützung für ihr neues Stück: Richard Okon, Reza Jafare, Thomas Becker und Frank Kreß (von links). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ein Stück Kultur selbst schaffen, kreativ werden und einen Dialog im Viertel anregen, gemeinsam über Themen nachdenken und diskutieren - das alles schafft das „Chaostheater” im Aachener Osten.

Was 2004 als Projekt der Offenen Tür Josefshaus begann, hat sich zum etablierten Stadtteiltheater entwickelt. Menschen zwischen 12 und 80 Jahren aus verschiedenen Berufen, Milieus und Kulturkreisen wachsen hier zu einem Team zusammen.

Anfangs gab es Angst

Anfangs hätten viele Zuschauer aus anderen Stadtteilen Angst gehabt, zu den Vorstellungen zu kommen, erzählt Reza Jafari, Regisseur und künstlerischer Leiter des Theaters. Doch es sei ihnen wichtig, vor Ort zu sein und auch junge Menschen im Ostviertel für ihre Stücke zu begeistern, die vorher vielleicht noch nie im Theater waren.

Heute kommen die Leute aus ganz Aachen, um das „Chaostheater” zu sehen. Frank Kreß ist froh über diese Entwicklung, denn: „Wir wollen Kultur machen für das Ostviertel, aber auch Leuten aus anderen Teilen Aachens zeigen, was das Ostviertel auch ist - eben nicht nur Probleme und Defizite.” Kreß gehört zum Kirchenvorstand der Gemeinde St. Josef und Fronleichnam, in die das „Chaostheater” integriert ist und hat den Vorsitz im Förderverein „Kultur im Aachener Osten ”, der das „Chaostheater” unterstützt.

In diesem Jahr bringt das Theater Antoine Saint-Exupérys „Der kleine Prinz” auf die Bühne. „Der kleine Prinz ist ein Sinnbild für die naive Suche nach Freundschaft und Liebe in einer Zeit, in der sich die Menschen hauptsächlich mit sich und ihren Eitelkeiten beschäftigen”, erklärt Thomas Becker, Schauspieler des Theaters und Sprecher des Organisationsgremiums.

Liebe zwischen den Menschen, Menschlichkeit - das sei ein so wichtiges Gut, von dem es oft viel zu wenig gebe, findet Jafari. Er will die Menschen einander näher bringen, verschiedene Mentalitäten verknüpfen und so Integration schaffen, ganz ohne Klischees und erhobenen Zeigefinger.

Jede Menge Enthusiasmus

Zur Verwirklichung investieren alle Beteiligten jede Menge Enthusiasmus und Zeit. Doch trotz vieler ehrenamtlicher Helfer, kostet so ein Theaterstück eben auch Geld: Bühnenbild, Lichttechnik, Musik und Tanzchoreographien - alles was einen Theaterbesuch neben der schauspielerischen Leistung zum Erlebnis macht, muss über Spenden und Eintrittsgelder finanziert werden. „Wir wollen Theater mit nicht-professionellen Schauspielern so professionell wie möglich machen”, sagt Becker.

Bereits im letzten Jahr freute sich das „Chaostheater” über die Unterstützung des AZ-Hilfsvereins „Menschen helfen Menschen”. Die Verantwortlichen hoffen, durch Spendengelder der Initiative die fehlenden Mittel für die Verwirklichung von „Der kleine Prinz” zusammenzubekommen und auch in diesem Jahr mit ihren Aufführungen möglichst viele Menschen zum Staunen, Lachen und Nachdenken zu bringen. Der kleine Prinz feiert am 26. Oktober Premiere im Bürgerzentrum St. Fronleichnam.

Wer dem Theater helfen will, kann dies mit einer Spende auf das Konto von „Menschen helfen Menschen”, Konto 776666 bei der Sparkasse Aachen (BLZ 39050000) mit dem Stichwort Theater.
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