Kultur und Krebsmousse galant kombiniert

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:
kunstbildchen
Mit viel Freude dabei: Christel und Romanus Stöckmann teilen zwei große Leidenschaften. Die eine ist das Wandern, die andere ist die Kunst. Foto: Andreas Steindl

Vaals. Christel und Romanus Stöckmann teilen zwei große Leidenschaften. Die eine ist das Wandern, die andere ist die Kunst. So gesehen ist es nicht wirklich überraschend, dass sich beide Sonntag Vormittag von Aachen auf den Weg nach Vaals gemacht haben.

Denn dort wurde die Culinaire Kunstwandeling eröffnet. Die präsentiert auf einer 6,5 Kilometer langen Route, an zwölf verschiedenen Orten über 800 Werke von 47 Künstlern. Ein Angebot, dass die beiden Leidenschaften der Stöckmanns auf gelungene Weise miteinander kombiniert.

Aber die Culinaire Kunstwandeling hat noch mehr zu bieten. Häppchen zum Beispiel. Im Kellergewölbe des Hotel Kasteel Bloemendal werden den Besuchern zunächst mal Gefäße gereicht, nicht viel größer als Reagenzgläser. Gefüllt sind sie mit Krebsmousse. Romanus Stöckmann lehnt dankend ab. „Ist noch ein bisschen früh dafür”, sagt er.

Stattdessen stillt er gemeinsam mit seiner Frau lieber seinen Kunsthunger. Und schon das Angebot im Kellergewölbe des alten Schlosses ist äußerst reichhaltig. Ungezählte Metallskulpturen sind auf Säulen aufgereiht.

Der Schein der Kerzen gibt Abstraktem und Realistischem gleichermaßen eine geheimnisvolle Note. Kurioses gibt es auch zu sehen, nicht nur auf den Gemälden, mit denen die Wände bedeckt sind. Rudi Nelissens deformierte Zentauren bleiben jedenfalls im Gedächtnis.

Über eine mit Teppich bedeckte Treppe geht es hinauf in den Schlosspark. Ein malerischer Ort, wie geschaffen, um ihn mit Kunst zu bestücken. Organisator Jo Zinken hat darauf geachtet, ihn nicht zu überfrachten. Auf weitläufigen Wiesen kommt jedes einzelne Werk zu Geltung.

Christel und Romanus Stöckmann sind an den rostigen Skulpturen von Joshua Pennings hängen geblieben.

Die ersten Eindrücke? „Von der Aufmachung und von dem was da ist, sehr gelungen”, urteilt Christel Stöckmann. Und ihr Mann Romanus sagt: „Viel Modernes, viel Gegenständliches: Künstlerisch sehr anspruchsvoll.”

Das gilt übrigens nicht nur für den Schlosspark, sondern für alle Stationen der Kunstroute. Im Museum Vaals gibt es Werke zu sehen, genau wie in der protestantischen Kirche, der Klèng Wach, der Pauluskerk, dem Gemeentehuis.

Und im Landal. Das ist ein kleiner Ferienpark und derzeit herrscht dort Hochsaison. Für Puristen ist es sicher nicht der geeignete Ort, um Kunst zu genießen. Lärmende Familien rempeln sich mit aufgeblasenen Luftmatratzen den Weg frei, auf der kleinen Kartbahn geht es auch nicht gerade beschaulich zu.

Nach dem nächsten Häppchen, ein paar Blätter Rucola auf Ei, Schinken und Champignons geht es vorbei an der Minigolfanlage hinunter zum See. Dort ist Doina Tatoli auf einer Leiter anzutreffen. Die hat die Künstlerin an eine große Trauerweide angelehnt und hoch oben hantiert sie mit einer Schere. Der Wind habe ihrer Installation schwer zu schaffen gemacht, deswegen müsse sie jetzt noch einmal Hand anlegen, sagt Tatoli.

Zwischen der Trauerweide und einem Laternenmast hat die Künstlerin ziemlich viele Wollfäden gespannt. Blaue und rote. Mit ihrem Werk wolle sie Räumlichkeit verändern, den See in eine andere Perspektive rücken, sagt Tatoli. Auf dem Weg zurück, kommen einem Christel und Romanus Stöckmann entgegen. Sie winken und lächeln. Das entdecken der Kunstroute macht ihnen sichtlich Spaß.

Noch bis zum 26. Juli ist die Culinaire Kunstwandeling in Vaals zu erleben. Startpunkt ist das Restaurant „Suisse”, Maastrichterlaan 63. Dort gibt es die Karten und einen kleinen Katalog mit Informationen zur Route, den Künstlern und ihren Werken.

Tickets für die Kunstroute kosten 13 Euro. Ab einer Gruppengröße von zehn Personen kosten die Karten je zehn Euro. Die Häppchen sind im Preis enthalten. Weitere Infos zu Öffnungszeiten, Künstlern und Ausstellungsorten gibt es im Internet.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert