Aachen - Kultur-Austausch: Der Reiz einer bislang noch fremden Welt

Kultur-Austausch: Der Reiz einer bislang noch fremden Welt

Von: Julia Gröbbels
Letzte Aktualisierung:
6102510.jpg
Sie tauchen im Austausch in völlig unterschiedlich Welten ein: von links Nele Papenhoff, Agness Mumba, Julia Mergenschröer und Dorcas Nkhata. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Für die drei Abiturientinnen Julia Mergenschröer, Nele Papenhoff und Natalie Regniet heißt es bald „Abschied nehmen“ von Deutschland, ihren Familien und Freunden. Sie alle haben sich dafür entschieden, ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ in Sambia, im Süden Afrikas zu absolvieren.

Kurz vor ihrem Abflug im September sind die jungen Frauen zwiegespalten: „Einerseits freuen wir uns darauf, in eine völlig neue Kultur eintauchen zu dürfen, aber der Abschied von Familie und Freunden fällt natürlich sehr schwer“, sagt Julia Mergenschröer. Der Dürener Verein „Eine Welt Engagement“, der das Austausch-Programm bereits im Jahre 1997 ins Leben gerufen hat, bereitet die jungen Frauen auf das vor, was sie in Sambia erwarten könnte. „Im Vorfeld mussten alle Bewerber ein sehr anspruchsvolles Auswahlwochenende absolvieren, danach hat sich erst entschieden, dass wir drei nach Sambia fahren dürfen“, so Nele Papenhoff.

Ziel der Auswahltage sei es gewesen, mittels Rollenspielen und anderer Aufgaben herauszufinden, wie die Mädchen in schwierigen Situationen reagieren, die das Leben in einer anderen Kultur mit sich bringen kann. „Wir wurden sehr gut darauf vorbereitet, dass das Leben in einer anderen Kultur mit anderen Wertmaßstäben, Regeln und Normen auch Schwierigkeiten mit sich bringen kann und wie man mit diesen Schwierigkeiten umgehen kann“, berichtet Julia Mergenschröer. Außerdem haben sie in den Vortreffen einiges über Sambia und seine Bewohner erfahren. „Respekt ist dort eine sehr wichtige Tugend. Wenn eine ältere Person etwas sagt, sollte man besser nicht widersprechen“, weiß Julia Mergenschröer.

Vor Ort angekommen, werden die Aachenerinnen in sozialen Einrichtungen arbeiten. In welcher Gastfamilie sie untergebracht werden, erfahren sie allerdings erst kurz vor Antritt der Reise. Aber eines wissen die drei jetzt schon: Sie alle werden in verschiedenen Dörfern der Diözese Monze leben, mit der der Verein „Eine Welt Engagement“ in regem Austausch steht.

Agness Mumba und Dorcas Nkhata haben ihren ersten „Kulturschock“ bereits hinter sich. Die beiden jungen Frauen aus Sambia besuchen zurzeit einen Deutschkurs der Sprachenakademie in Aachen. Anschließend wird Agness Mumba in einem Dürener Krankenhaus arbeiten, während Dorcas Nkhata Erfahrungen in einem Seniorenheim in Mönchengladbach machen wird. Auch wenn beide noch nicht lange in Deutschland sind, haben sie bereits kulturelle Unterschiede bemerkt. So stellen sie fest, dass in Deutschland zwar weniger gegrüßt wird als in Sambia, allerdings seien die Deutschen ihnen gegenüber auch viel offener und freundlicher als erwartet.

Bei einem selbst organisierten Treffen der Sambierinnen und der Aachenerinnen konnten beide Seiten noch einmal mehr über die jeweils andere Kultur lernen. „Dort haben wir dann gemerkt, dass die beiden Mädels aus Sambia gar keinen Alkohol trinken, da dies in ihrer Kultur sehr negativ behaftet ist“, sagt Nele Papenhoff.

Die Aachenerinnen erhoffen sich von ihrem Aufenthalt eine neue, eigene Perspektive auf viele Dinge. Eine einmalige Erfahrung, für die sich – da sind sich alle einig – das Heimweh mit Sicherheit lohnen wird.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert