„KuKuK“: Keine Panik trotz Finanzklemme

Von: Matthias Hinrichs
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Ungeliebte Grenzerfahrung im alten Zollhaus: Der Verein „KukuK“ will und muss sich neu aufstellen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Grenzerfahrungen im besten Sinn hat der Verein „Kunst und Kultur im Köpfchen“ seinen zahlreichen Fans in den vergangenen Jahren zuhauf vermittelt. In eigener Sache ist die umtriebige belgisch-deutsche Initiative derzeit allerdings am viel zitierten Schmerzlimit unterwegs.

Vor kurzem musste der Verein, der bekanntlich seit einigen Jahren im (inzwischen feinstens hergerichteten) alten Zollhaus an der Eupener Straße residiert, Insolvenz anmelden. Beileibe kein Grund für die zahlreichen Aktiven, den Kopf in Köpfchen in den Sand zu stecken – im Gegenteil.

„Wir haben den Insolvenzantrag soeben wieder zurückziehen können“, sagt Hilde Scheidt, Grünen-Bürgermeisterin und Mitglied im Vereinsbeirat, auf Anfrage. „Wir sind im Begriff, uns neu aufzustellen, und bester Dinge, dass wir die Krise in Kürze überwunden haben.“ Allerdings sei der Verein vor allem durch den Wegfall einer vordem üppig sprudelnden Förderquelle in schweres Fahrwasser geraten, bekennt der Vorsitzende Urs Mechsner. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die aktuelle Delle in der Finanzierung zu beseitigen.“

Auch nachdem die Zuschüsse aus dem Interreg-Programm der EU vor zwei Jahren gekappt wurden, habe „KuKuK“ dank vieler engagierter Ehrenamtlicher weiter mit einem anspruchsvollen Angebot aus Konzerten, Lesungen und Ausstellungen glänzen können. „Und das soll auch so bleiben“, betont Hilde Scheidt. Jetzt werde ein neues Betriebskonzept erarbeitet, an einem strikten Sparkurs führe natürlich kein Weg vorbei. In jedem Fall startet das neue Jahresprogramm am 15. Januar unter anderem mit einem Live-Konzert.

Noch vor dem Fest durften sich die Verantwortlichen zudem über eine weitere Finanzspritze freuen. Der städtische Kulturbetrieb stellte 10.000 Euro aus Restmitteln im Budget zur Verfügung. „Damit“, meint Scheidt, „konnte der vorzeitige Ausstieg aus dem Insolvenzverfahren bereits realisiert werden.“ Weitere 20.000 Euro erhält die Initiative zudem alljährlich aus dem Stadtsäckel. Mit 5000 Euro ist die Provinz Lüttich als Zuschussgeberin im bilateralen Boot. 500 Euro steuert die Gemeinde Raeren bei, zudem gibt es Projektmittel über die Deutschsprachige Gemeinschaft (DSG) und einige potente Sponsoren.

„Wir sind im Gespräch mit der zuständigen Ministerin und können hoffen, dass auch die DSG uns demnächst mit einem fest installierten Beitrag unterstützt“, so Scheidt. Auf ein hochmotiviertes Team könne man ohnedies zählen, unterstreicht Mechsner: Mindestens ein Drittel der 120 Vereinsmitglieder seien ständig im Einsatz, um das außergewöhnliche Kulturzentrum im alten Zollhaus, das die Initiative von der Stadt übernommen hat, organisatorisch und finanziell über die Runden zu bringen.

„Verein gibt es noch in 100 Jahren“

Hauptamtliche Mitarbeiter gibt es abgesehen von zwei geringfügig Beschäftigten sowie dem Betreiber des angegliederten Cafés nicht. Dessen 30-Stunden-Stelle werde durch die gastronomischen Einnahmen des auch als Naherholungsziel beliebten Kultur- und Natursprengels zwischen den Staaten gedeckt, versichert Scheidt.

Fazit: Nicht nur die Bürgermeisterin ist überzeugt, dass die Aktiven und deren Fans in Kürze an der Eupener Straße auf den gesicherten Fortbestand der Initiative anstoßen können: „Ich glaube, dass es den Verein auch in 100 Jahren noch geben wird.“

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