„KuH im Stall”: Schutzengel ziehen in Pferdeställe ein

Von: Sebastian Dreher
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Garantiert keine Pferde stehen in diesen Ställen: Stattdessen gibt es auf dem Reitturniergelände Kunsthandwerk zu entdecken. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Auf in die Soers: In den Pferdeunterkünften des Aachen Laurensberger Rennvereins (ALRV) gab es am Wochenende zwar keine Tiere, dafür aber Kunst zu sehen. Bereits zum sechsten Mal lockte die rosa Kuh, das Logo des Kunsthandwerkermarktes „Kunst und Handwerk (KuH) im Stall”, Besucher an.

In 75 Pferdeboxen gab es im Bereich Schmuck, Textil, Keramik, Papier, Leder und Lebensmittel ausschließlich handgefertigte Originale zu sehen.

„Dieser Markt ist etwas ganz Besonderes”, sagte Antje Benfeldt. Die Künstlerin aus Niedersachen war schon das dritte Mal in Folge beim „KuH” dabei. Sie hat sich auf das Verfertigen von Pappmache-Figuren spezialisiert, zarte Gestalten mit winzigen Details. „Himmlische Unikate” nennt sie ihre Schutzengel, die alle irdische Namen tragen. Pia, Adelheid und Sophie - Benfeldt weiß sofort, welcher Name passt. Sie selbst besitzt drei der unsichtbaren Beschützer, die sie immer begleiten. „Emma ist für die schweren, Fritz für die leichten Tage”, sagte Benfeldt. „Herbert ist für die Tage dazwischen.”

Detlef Schmelz hat eigentlich Pädagogik studiert, doch während des Studiums kam er mit einer Kunstform in Berührung, die sein Leben veränderte: dem Marionettentheater. Seit 35 Jahren dreht sich sein Schaffen nur noch um die kleinen Wesen an den Fäden. Zusammen mit seiner Frau hat er das Pendel-Marionettentheater gegründet. Wenn die Beiden nicht auf Tournee sind, entwerfen sie neue Figuren oder optimieren die komplizierte Steuerung der Marionetten.

„Bei meiner Ballerina störte mich, dass sie den Oberarm nicht unabhängig bewegen konnte”, erklärte Schmelz. „Mit meiner neuen Konstruktion kann sie nun die für das Ballett typischen Bewegungen machen.” Und wirklich: die kleine Tänzerin glitt wie von Geisterhand über den Stallboden. Auf eines legte Figurenkünstler Schmelz besonderen Wert. „Marionetten sind zum Spielen da”, sagte Schmelz. „Unsere Kunden kaufen die Puppen, um sie zu benutzen, und nicht, um sie in den Schrank zu stellen.”
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