„Kürzungen sind unzumutbar“: Frauen helfen Frauen wehren sich

Von: Marie Ludwig
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Setzen sich für eine ungeschmälerte Arbeit von "Frauen helfen Frauen" ein: von links Dorothea Hennen, Natalia Uslu, Angelika Gey und Eva Orthner. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Seit 37 Jahren leistet der Verein „Frauen helfen Frauen“ Hilfe für Frauen in Not. Finanziell wurde die Arbeit des Vereins bisher vom Land NRW, der Städteregion und Spenden unterstützt. Doch das Strukturkonzept 2015-2025, das im Juni vom Städteregionsrat Helmut Etschenberg vorgestellt wurde, plant Kürzungen – auch im Sozialen.

„Wenn diese Kürzungen eintreten, hat das große Auswirkungen auf die künftige Vereinsarbeit“, erklärt Dorothea Hennen aus dem Vorstand von „Frauen helfen Frauen“: „Uns würden die Mittel so drastisch gekürzt, dass wir eine Dreiviertelstelle nicht mehr besetzen könnten.“ Da im Verein insgesamt nur rund zweieinhalb Stellen bestückt werden könnten, seien die Auswirkungen fatal, findet auch Angelika Gey. Sie arbeitet als Sozialarbeiterin mit im Team und kann die geplanten Kürzungen nicht nachvollziehen: „Unsere Zahlen sind steigend und die Kürzungsfantasien der Städteregion unzumutbar.“

Um den Sparmaßnahmen entgegenzuwirken, hat der Verein in Kooperation mit zahlreichen Wohlfahrtsverbänden, wie Caritas und Diakonie, eine Postkartenkampagne ins Leben gerufen: Darauf wird zu einer Unterschriftenaktion gegen die Kürzungsmaßnahmen die Städteregion aufgerufen.

Natalia Uslu ist zuständig für die Leitung der Interventionsstelle des Vereins und würde gerne auch in der Region mehr für die Unterstützung von Frauen tun. In der Interventionsstelle ist sie insbesondere für schnelle Hilfe bei häuslicher Gewalt zuständig. Hierfür arbeitet sie eng mit der Polizei zusammen. Im Jahr 2014 wurden insgesamt 173 Personen durch die Polizei an den Verein weiterverwiesen. 105 nahmen die Beratungsmöglichkeit wahr. Uslu ist sich sicher: Würde man weitere Beratungsstellen von „Frauen helfen Frauen“ in der Region einrichten, könne man viel bewirken: „Wenn aber jetzt das Angebot zurückgeschraubt wird, dann kann man dem Bedarf an Hilfe kaum mehr gerecht werden.“

Im Jahr 2014 hat der Verein 1198 Einzelberatungen initialisiert. In meisten Fällen handelte es sich um Opfer psychischer und physischer Gewalt. Auch Trennung, Beziehungsprobleme oder Existenzängste waren häufig genannte Beweggründe für ein Beratungsgespräch.

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