Kürzungen für die Wohlfahrt, Hilfe für Prostituierte

Von: Valerie Barsig
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Aachen. Es standen vor allem die im Mittelpunkt, die sonst kaum eine eigene Stimme haben: Bei der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Integration und Demographie der Stadt Aachen ging es um Drogenabhängige, Prostituierte und Obdachlose. Eigentlich brandheiße Themen, heftige Diskussionen blieben allerdings aus.

Verwunderlich, vor allem, als es um den Sachstandsbericht der Umsetzung des Suchthilfeplans der Städteregion ging, der ohne Kommentare zur Kenntnis genommen wurde: Laut Bericht sei nach der Schließung des Drogenkonsumraums 2011 die Szene an andere Orte abgewandert. Als Ausgleich für die Schließung sollten Hilfsangebote verbessert werden und ebenfalls einen neuen Standort erhalten. „Bisher erfolglos“ sei diese Suche verlaufen, hinzu kommt die Schwierigkeit, Hilfsangebot für Drogenabhängige in die Innenstadt zu verlagern.

Zumindest in Sachen Prostitution soll sich etwas tun: Parteiübergreifend sprach sich der Ausschuss für die Finanzierung des Handlungskonzepts Antonius-straße aus. „Ziel ist, eine Beratung für Prosituierte einzurichten, die sie angstfrei nutzen können“, erklärte Vorsitzende Rosa Höller-Radtke (SPD). Die Beratungsstelle für Zwangsprostituierte „Solwodi“ erhält demnach 44.500 Euro für 2014, um die Arbeit weiterzuführen. Prostituierten wird dort in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt medizinische Beratung angeboten sowie Hilfe in Krisensituationen und bei Sprachschwierigkeiten. Die Grünen sprachen sich dafür aus, das Angebot auch für Prostituierte auszuweiten, die freiwillig ihren Beruf ausüben.

Auch die Bahnhofsmission als Anlaufstelle für Menschen in Krisensituationen war Thema im Ausschuss. 30 000 Euro bekommt die Mission aus Stiftungsmitteln. Die Stadt selbst könne die Arbeit der Mission nicht unterstützen, hieß es. „Die 30.000 Euro sind Geld, die von der Diakonie gestrichen wurden“, mahnte Ruth Wilms (CDU). „Auch wenn die Bahnhofsmission unbestritten wichtige Arbeit macht, kann es nicht sein, dass wir einspringen müssen.“ Von SPD-Seite hieß es, dass auch die Deutsche Bahn in der Pflicht sei.

Auf Kürzungen hingegen müssen sich die Träger der Wohlfahrtspflege gefasst machen. Statt ursprünglich geplanten 7,5 Prozent plus im Budget für die nächsten zwei Jahre gibt es mangels Masse im städtsichen Haushalt nur je 2,5 Prozent mehr für 2014 und 2015. Die Linke mahnte, dass so die Qualität von Hilfeleistungen nicht mehr garantiert sei oder sogar eingestellt werden müsse.

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