Künstlerische Reise um den Globus: 25 Jahre Ludwig Forum

Von: kaa
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Jubiläumsaustellung: Unter dem Titel „In 86 Tagen um die Welt“ wird moderne Kunst aus allen Teilen der Welt präsentiert. Foto: Andreas Schmitter
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Appellierte an die Politik, Kultur auch zukünftig zu unterstützen: Andreas Beitin, Direktor des Aachener Ludwig Forums. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Ein Experimentierfeld sollte es sein, ein Ort der Begegnung und gelebter Zeitgenossenschaft – nichts weniger schwebte Peter Ludwig vor, als er sein Forum für internationale Kunst am 27. Juni 1991 in der ehemaligen Schirmfabrik Emil Brauer an der Jülicher Straße eröffnete. 25 Jahre, über 100 Sonderausstellungen und einige hundert Veranstaltungen später sieht es so aus, als sei die Vision des Ehepaars Irene und Peter Ludwig erfüllt.

Ein Grund zum Feiern ist so ein silberner Geburtstag allemal. Die Eröffnung der Ausstellung „In 86 Tagen um die Welt“ war ein willkommener Anlass. Mit einer Performance, die Bewegung, Gesang und Kunst miteinander verband, stimmte das Do-Theatre aus St. Petersburg die Gäste ein.

Hildegard Kaluza, Leiterin der Kulturabteilung im Ministerium für Familie, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, eröffnete den Reigen der Gratulanten. Die frühen 90er Jahre seien eine gute Zeit für die Gründung von Kultureinrichtungen in Nordrhein-Westfalen gewesen, sagte sie. Kaluza nannte das Ehepaar Ludwig einen „absoluten Glücksfall“ für die Stadt Aachen.

In vielerlei Hinsicht haben sich die beiden Schokoladenfabrikanten und Kunstsammler als Pioniere erwiesen. Sie waren maßgeblich daran beteiligt, die amerikanische Pop-Art nach Aachen – und nach Nordrhein-Westfalen überhaupt – zu holen. Das Interesse der Sammler Ludwig war breit gestreut, und so galt ihr Interesse nicht nur der zeitgenössischen US-amerikanischen Kunst, sondern auch der lateinamerikanischen und asiatischen Kunst, der Kunst aus den ehemaligen Ostblockstaaten und den zeitgenössischen deutschen Künstlern.

In der Ausstellung „In 86 Tagen um die Welt“ können Besucher diese Kunstreise um den Globus nachvollziehen. Beliebte Ausstellungsstücke, wie die Dromedare von Nancy Graves oder die „Supermarket Lady“ von Duane Hanson, sind dabei zu sehen. Das Ludwig Forum habe viel zur Demokratisierung der Kunst beigetragen, hob Susanne Schwier, Beigeordnete für Bildung und Kultur, Schule, Jugend und Sport der Stadt Aachen, hervor.

Seit Anbeginn hätten sich die Aachener auch an ihrem Forum gerieben. Gründe dafür habe es viele gegeben: die Lage in der Peripherie, die Kunstgegenstände, die Finanzierung. Dennoch sei das Forum ein Glücksgriff für die Stadt: „Kunstwerke von Weltrang sind praktisch vor unserer Haustür zu sehen.“ Das gelte es zu pflegen.

Bis Februar war Brigitte Franzen noch Direktorin des Ludwig Forums, an diesem Abend überbrachte sie als geschäftsführender Vorstand der Ludwig Stiftung ihre Glückwünsche und erinnerte daran, dass das Jahr 2016 für die Familie Ludwig und die Stiftung ein wichtiges Jubiläumsjahr sei. Das Aachener Haus nehme dabei eine besondere Rolle ein, denn es komme Peter Ludwigs Idee eines Hauses der Weltkunst am nächsten.

Spiegel der Gesellschaft

Zeitgenössische Kunst sei auch immer ein Spiegel aktueller politischer und gesellschaftlicher Fragen, stellte Andreas Beitin, aktueller Direktor des Ludwig Forums, in seinem Redebeitrag heraus. Ein kurzes Plädoyer richtete er an die Politik, Kultur auch zukünftig zu unterstützen. Unter den Gästen befand sich auch Wolfgang Becker, der erste Direktor des Ludwig Forums und Leiter des Vorgängers, der Neuen Galerie Ludwig, die damals Räume im Alten Kurhaus belegte.

Er erinnert sich daran, wie er mit Peter Ludwig am Eröffnungstag zusammenstand: „Wir haben uns angeschaut und gesagt, wenn das die ersten 25 Jahre übersteht, können wir glücklich sein. Es ist traurig, dass er heute nicht hier ist.“ Der Abend schloss mit einer weiteren Performance des Do-Theatres und einem Ausklang im Museumshof bei zur Abwechslung trockenem Wetter.

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