Künstler Emil Sorge: Kritischer Blick auf die Gegenwart

Von: Svenja Pesch
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Zeigt seine "Zwölf Monde": Emil Sorges Ausstellung wird an diesem Freitag im Raum für Kunst in der Elisengalerie eröffnet. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Auch wenn die Zahl zwölf titelgebend für die Ausstellung des Stolbergers Emil Sorge ist, so war die Tatsache, dass der Künstler im „Raum für Kunst“ zwölf große und zwölf kleinere Arbeiten präsentiert, nicht von vorneherein dementsprechend konzipiert.

Dennoch fällt dem Betrachter sofort das Gesamtkunstwerk „zwölf Monde“ auf, welches dem Namen folglich zwölf kleinere Arbeiten mit dem Farbmittel Gouache beinhaltet, die die äußeren weltlichen Einflüsse kritisch begutachten.

„Seit ungefähr zwei, drei Jahren befasse ich mich mit Impulsen von außen“, erklärt der Künstler und ergänzt zu „zwölf Monde“: „Hinter jedem dieser Werke steht auch eine Aussage oder eine Anregung. Sie sind durchaus kritisch, obwohl die bunte Farbe sehr präsent ist.“ Die Gemälde, reliefiertartige Holzschnittmalereien, überarbeitete Abdrucke und durchlochte Plattenobjekte, wurden extra für den Raum der Sparkasse Aachen entwickelt und zusammengesetzt.

Manch ein Gemälde findet man in dem großen Raum als Holzschnitt wieder. Auch das Diptychon, in dem sich die linke Bildhälfte in der rechten widerspiegelt, lädt den Besucher zum Verweilen ein. Das Besondere, das sich in so gut wie all seinen Objekten wiederholt, ist, dass der Bezug auf eine einzelne Ortsansicht, ein Internetbild oder eine Fotovorlage, erkennbar bleibt, sich aber dennoch zu etwas Neuem verwandelt.

So sieht man auf dem Bild „Lift“ vordergründig einen leeren Lift. Bei näherer Betrachtung entpuppt es sich jedoch als ein leeres Karussell. Sorge thematisiert damit die Katastrophenstadt Tschernobyl, einen ausgestorbenen Ort der mystischen Leere. Inhaltlich anlehnend ist in diesem Zusammenhang auch die Holzschnittmalerei der Stadt „Bolur Char“ – angefertigt aus einer Furnierplatte. Die Slums in Bangladesch haben auch hier durch ihre Farbenvielfalt anfangs etwas Lebendiges in sich. Doch die Verdichtungen und der Wildwuchs dieser Armenviertel oder Ballungszentren hinterlassen ihre deutlichen Spuren.

Emil Sorge, der seit über 25 Jahren künstlerisch tätig ist, wirft in seinen Werken einen kritischen, aber wohlmeinenden Blick auf die Gegenwart, die dem Istzustand etwas Ansehnliches abgewinnen, ohne über die Polaritäten hinwegzutäuschen.

Weitere Infos:

zur Ausstellung

Emil Sorges „Zwölf Monde“ ist zu sehen im Raum für Kunst, vom 26. April bis 7. Juni; Eröffnung: Freitag, 25. April, 19 Uhr, in der Sparkasse Aachen, Elisengalerie, Friedrich-Wilhelm-Platz,Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag bis Samstag 12-17 Uhr.

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