Krugenofen: Stadt will Zufahrt zum Supermarkt sperren

Von: Robert Esser
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Kaum ein Durchkommen: Der Krugenofen ist seit über einem Jahr ein Nadelöhr, den Geschäften fehlen die Kunden. Foto: Michael Jaspers
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Fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen: Supermarkt-Chef Josef Stenten und Ursula Pott (Compass Reisen) von der Initiative Krugenofen.

Aachen. Dieses Pflaster tröstet ihn nicht: Zwischen den neu verlegten Gehwegen auf dem Krugenofen fehlt der Asphalt. Und der liegt sozusagen auf der Zielgeraden der Langzeitbaustelle vor dem Rewe-Markt von Josef Stenten gewaltigem Ärger zugrunde.

Die Stadt als Bauherrin und die Leitung der dort seit 17 Monaten buddelnden Baufirma Backes haben dem durch Umsatzverluste zermürbten Unternehmer und seinen Nachbarn die nächste Hiobsbotschaft verkündet. Nachdem die Beschleunigung der Bauarbeiten gescheitert war und stattdessen Anfang dieser Woche sogar eine mehrwöchige Verspätung der Fertigstellung eingeräumt werden musste, sollte Stentens Supermarkt am Freitag, 9. Oktober, kaum noch und am Samstag, 10. Oktober, gar nicht mehr für den Autoverkehr erreichbar sein – wegen der zweitägigen Verlegung des „Flüsterasphalts“. Wobei die Zufahrtssperre einer Schließung des Geschäfts gleichkommt.

„Da spiele ich nicht mit!“

Stenten protestierte vehement – genauso wie die Chefin des benachbarten Reisebüros Compass Reisen, Ursula Pott, von der Initiative Krugenofen. „Es ist unfassbar, was man uns hier zumuten will. An Samstagen erzielen wir rund 25 Prozent unseres Wochenumsatzes. Und die sollen wir nun nach all den Entbehrungen, Verlusten und leeren Versprechungen auch noch abschreiben? Das geht nicht, da spiele ich nicht mit!“, so der Geschäftsmann. Er schaltete seinen Anwalt ein, droht mit Klage. Nur widerwillig habe sich die städtische Projektleiterin bereit erklärt, die terminliche Verschiebung der Asphaltierungsarbeiten auf den Feiertag, 3. Oktober, und den darauf folgenden Sonntag in Erwägung zu ziehen. Dann wären die verlustgeplagten Geschäftslokale entlang des Krugenofens ohnehin geschlossen.

Problematisch ist dabei wohl weniger die Vorverlegung der Asphaltierungsarbeiten um eine Woche in den Bauabläufen, sondern vielmehr die entsprechende Genehmigung. Denn laut städtischem Presseamt – „Wir haben am Krugenofen großes Entgegenkommen gezeigt“ – ist die Arbeitserlaubnis am Feiertag an Bedingungen geknüpft: Gewerbeaufsicht und Umweltschutzbehörde müssten ausdrücklich zustimmen, zudem müsse das Lkw-Fahrverbot per Sondergenehmigung für die Krugenofen-Asphaltierung außer Kraft gesetzt werden, heißt es. „Und es muss ein Asphaltmischwerk gefunden werden, das an diesem Feiertag einsatzbereit ist“, teilt Axel Costard vom Presseamt mit. Ergebnis völlig offen.

„Natürlich kosten den Unternehmer Bauarbeiten an Sonn- und Feiertagen zusätzlich Geld. Da kann man sich ausrechnen, wie viel Interesse die daran haben, die Genehmigungen tatsächlich zu erhalten“, sagt Stenten. Gleichwohl betont die Stadt, nun sofort die entsprechenden Anträge stellen zu wollen. „Ich werde bei den zuständigen Behörden selbst nachfragen, ob das stimmt“, erklärt der Supermarkt-Chef. Die Vertrauensbasis zwischen der Initiative Krugen-ofen sowie den Ansprechpartnern bei der Baufirma und der Stadt ist offenkundig zerstört. „Man hat es ja noch nicht mal für nötig gehalten, uns über die Verlängerung der Bauzeit rechtzeitig zu informieren“, sagt Stenten. Er sei maßlos enttäuscht, betont er.

Wann der Autoverkehr – ganz unabhängig vom Asphaltierungsdatum – wieder in beide Richtungen über den Krugenofen rollen kann und wann die Straßenbauarbeiten komplett abgeschlossen sind, konnte die Stadt am Mittwoch nicht sagen. Auch kein Trost.

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