Krugenofen soll Einbahnstraße werden

Von: Robert Esser
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Stadteinwärts soll der Krugenofen für Autos gesperrt werden: Rewe-Markt-Chef Josef Stenten verliert Kunden. Foto: Andreas Steindl
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Baustelle (fast) fertig: die Lüttischer Straße. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Damit‘s schneller geht, soll Stillstand kommen – jedenfalls stadteinwärts. Ab Mitte Januar könnte der Krugenofen für mindestens ein halbes Jahr zur Einbahnstraße Richtung Eupener Straße werden. Derzeit schleust eine Baustellenampel den Verkehr von beiden Seiten durch das Nadelöhr. Auf der Langzeitbaustelle zwischen Burtscheider Brücke und Sebastianstraße könne ohne Ampelverkehr „effizienter“ gearbeitet werden, erklärt Regina Poth die Vorzüge der Einbahnregelung.

Die Abteilungsleiterin Straßenbau der Stadt Aachen hält es für möglich, dass die Baumaßnahme somit „schon vor den kommenden Sommerferien abgeschlossen werden könnte“. Bislang hatte man Ende September 2015 in Aussicht gestellt. Sicher ist aber nichts.

Die Stawag will ihre Kanalarbeiten bis April erledigen, dann soll der Umbau von Straße, Bürgersteigen und Parkplätzen schon laufen. Für Rewe-Markt-Chef Josef Stenten und die Interessengemeinschaft Krugenofen ist die mögliche Verkürzung der Bauzeit ein Lichtblick – auch wenn Geschäftsleute und Anwohner mehrheitlich gegen die Einbahnstraßenlösung votiert hatten. Man fürchtet, dass man komplett vom Verkehr – gerade von Burtscheid aus – abgeschnitten wird. „Grundsätzlich möchte ich aber betonen, dass wir mit dem Verlauf der Baustelle sehr zufrieden sind“, lobt Stenten Stadt, Stawag und Baufirma. „Die Bautrupps fahren Zusatzschichten, auch samstags“, schildert er. „Die Kommunikation mit allen Beteiligten ist vorbildlich“, sagt Stenten. In den Jahren 2010 und 2011, als ebenfalls auf dem Krugenofen gebuddelt wurde, sah das ganz anders aus. „Damals war in den acht Monaten oft tagelanger Stillstand auf der Baustelle zu erkennen“, erinnert sich der Geschäftsmann.

Trotzdem büßt er in seinem Supermarkt auch 2014 seit acht Monaten rund 15 Prozent der Umsätze ein. Was sich in den nächsten Monaten kaum ändern wird. Dass während der Einbahnstraßenregelung noch weniger Kunden auf den Krugenofen fahren, scheint sicher. „Aber wenigstens ist unsere Durststrecke dann etwas schneller vorbei“, macht er sich Mut. Ohne Personalabbau werden einige Geschäftsleute die rund anderthalbjährige Baustellenzeit dennoch nicht überstehen. Warum die Tiefbaustelle auf dem Krugenofen nahezu doppelt so lange dauern soll wie die gerade (fast) vollendete Baustelle auf der Lütticher Straße, ist Anwohnern rätselhaft. Die technischen Anforderungen unter der Fahrbahn waren bei der Erneuerung der Versorgungsleitungen offenbar kaum vergleichbar.

Wie sehr die Stawag bemüht ist, auf Wünsche von Einzelhändlern einzugehen, zeigt die Verkehrsregelung für die kommenden Wochen. Vom 19. Dezember bis zum 12. Januar ruhen die Bauarbeiten plangemäß. Auf Bitten der Anwohner wird der Verkehr dann – ohne Baustellenampel – in beide Richtungen rollen, wie Stawag-Sprecherin Corinna Bürgerhausen bestätigt. „Das war unser größter Wunsch vor Weihnachten“, freut sich Stenten.

Wichtig ist Geschäftsleuten wie Anwohnern ebenfalls, dass nach der Neugestaltung des Krugen-ofens möglichst viele Parkplätze erhalten bleiben. Dies wäre nach Planung der Stadt nur möglich, wenn man Autos künftig auf Tempo 30 einbremst, um auf „platzraubende“ Extra-Radwege verzichten zu können. „Doch die Bezirksregierung lässt angeblich nicht zu, dass der Krugenofen – offiziell Bundesstraße – zur Tempo-30-Zone wird“, bedauert IG-Sprecher Stenten. Er fürchtet nun um bis zu 50 Parkplätze. Eine Lösung ist noch nicht in Sicht. Auch das wird am Samstag, 6. Dezember, für Gesprächsstoff auf dem Baustellenfest zum Nikolaustag (11 Uhr) sorgen. Alle sind eingeladen. Stillstand kennt Stenten nicht.

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