Aachen - Krugenofen: Hälfte aller Parkplätze droht wegzufallen

Krugenofen: Hälfte aller Parkplätze droht wegzufallen

Von: Oliver Schmetz
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Die Entscheidung naht: Gibt es am Krugenofen Tempo 30, oder werden beidseitig Radstreifen angelegt, wodurch die Hälfte aller Parkplätze wegfallen würde? Foto: Michael Jaspers
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krugenmja4 04.04.2016 Krugenofen Verkehrsführung

Aachen. Leidgeprüft sind sowohl Anwohner wie auch Geschäftsleute am Krugenofen nach den gut eineinhalbjährigen Straßenbauarbeiten, die bis zum vorigen Oktober andauerten, ohnehin schon. Doch nun könnte ein neuerlicher Nackenschlag hinzukommen.

In Kürze soll die Entscheidung darüber fallen, ob an der Hauptverkehrsstraße, die Teil der Bundesstraße 57 ist, auch noch die Hälfte alle Parkplätze wegfällt – nämlich 35 von aktuell rund 70.

Das geht aus einer Vorlage der Verwaltung für den Mobilitätsausschuss hervor, der am 14. April tagt (17 Uhr, Verwaltungsgebäude Marschiertor). In dem Papier geht es einmal mehr um die Frage: Richtet man am Krugenofen zum Schutz der Radfahrer eine Tempo-30-Zone ein oder legt man Radstreifen an? Letzteres würde die Zahl der Parkplätze halbieren, weil dann aus Platzgründen stadtauswärts auf der rechten Straßenseite das Fahrbahnrandparken wegfallen würde. Eine solch drastische Einschränkung des Parkraums will zwar eigentlich in Politik und Verwaltung kaum jemand, doch liegt die Entscheidung nicht in Aachener Hand. Da der Krugenofen eine Bundesstraße ist, kann dort eine Tempo-30-Zone nur mit Zustimmung der Bezirksregierung als zuständiger Behörde ausgewiesen werden. Und dafür gibt es hohe Auflagen. Eine Möglichkeit wäre ein Tempolimit als Lärmschutz. Und laut ist es nach wie vor am Krugenofen. Auch nach Aufbringung von Flüsterasphalt gibt es laut Verwaltung Grenzwertüberschreitungen. Aber nur punktuell. Deshalb würde die Bezirksregierung Tempo 30 nur von Hausnummer 1 bis 18 ganztags und zwischen Eynattener Straße und Sebastianstraße nachts zustimmen – was die Verwaltung wegen der dann nötigen Abbrems- und Beschleunigungsvorgänge als „kontraproduktiv“ verwirft.

Hoffnung setzt man nun aber noch in die Verkehrsministerkonferenz, die seit geraumer Zeit berät, wie Kommunen mehr Spielräume erhalten können, aus Sicherheitsgründen Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen einzurichten. Im vorigen Herbst beschloss man dort erste Regeländerungen bezüglich Gefahrenlagen vor Kitas, Schulen und Krankenhäusern. Mitte April wollen die Minister über weitergehende Anträge beraten.

Für die Aachener Verwaltung ist klar: Nur wenn weitergehende Regelungen kommen, kann es das Tempolimit am Krugenofen geben. Wenn nicht, schlagen die Planer beidseitige Radstreifen vor. Denn dann gilt laut Verwaltung der Grundsatz „Sicherheit geht vor Leistungsfähigkeit und Komfort“. Zwar seien die Fahrbahnrandparkplätze „ein wünschenswertes Angebot für die Anlieger, nicht jedoch ein sicherheitsrelevantes Infrastrukturelement“. Und dies „sei für eine politisch einstimmig anerkannt notwendige Radwegeverbindung anders zu bewerten“.

Sollten die Minister nicht doch noch grünes Licht fürs Tempolimit geben, werden Schutzstreifen markiert und 35 Parkplätze wegfallen – so schlägt es die Verwaltung der Politik vor. Umgesetzt würde die Maßnahme wohl in den Sommerferien. Schließlich werden die Markierungsarbeiten dem Krugenofen einmal mehr Verkehrsbehinderungen bescheren.

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