Kronprinzenquartier: Baustart im Januar?

Von: Oliver Schmetz
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Bald ein Quartier für Kronprinzen? Anfang 2015 soll auf der Brache an der Beverstraße gebaut werden. Foto: Michael Jaspers
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Die Goerdelerstraße wird auch verschönert, obwohl die Verwaltung angeregt hatte, diese Idee wegen des Verzichts auf Luxuswohnungen zu verwerfen. Foto: kadawittfeldarchitekten

Aachen. Bleibt das 60-Millionen-Euro-Projekt noch länger in der Warteschleife oder kriegt das Kronprinzenquartier jetzt die Kurve und biegt endlich auf die Zielgerade ein? Am Freitag jedenfalls schienen sich die Indizien zu verdichten, dass auf der Brache an der Beverstraße, wo seit ein paar Monaten still der See ruht, bald wieder die Bagger anrücken könnten.

Es sei seitens der Investoren inoffiziell signalisiert worden, dass man Anfang 2015 mit dem Bau beginnen wolle, war aus Reihen der Politik zu vernehmen.

Notartermin am 8. Oktober

Diese hatte am Abend zuvor im Planungsausschuss ganz offiziell die letzten formalen Hürden aus dem Weg geräumt und bei dem Bauprojekt, mit dem am Rande des Frankenberger Viertels rund 180 Wohnungen geschaffen werden sollen, einem Wechsel des Vorhabenträgers zugestimmt.

Denn nicht die von der Aachen/Würselener Quadflieg-Gruppe und der Kölner „GS Immobilien“ gegründete „Kronprinzenquartier GmbH“ soll Anfang nächsten Jahres die Bagger in die Beverstraße schicken, sondern eine Projektgesellschaft der Hamburger Prien-Gruppe.

Vor Monatsfrist war ein Notartermin noch geplatzt, nun will man am 8. Oktober den Verkauf des Projekts besiegeln – so jedenfalls steht es in der Vorlage der Stadtverwaltung. Bei der „Kronprinzenquartier GmbH“ war dazu am Freitag nichts zu erfahren.

Was vom ursprünglichen Konzept nach dem Verkauf übrig blei-ben wird, ist allerdings noch unklar. Denn die Idee, in dieser Lage auch große und luxuriöse Eigentumswohnungen zu verkaufen, scheint gescheitert. Dass die Nachfrage nach den Objekten, die zu Quadratmeterpreisen ab 2850 Euro aufwärts angeboten wurden, nicht den Erwartungen entsprach, hatte Firmenchef Georg Quadflieg gegenüber der AZ bereits eingeräumt.

Deshalb will der potenzielle neue Investor nun weg vom Eigentum und hin zur Mietwohnung gehen. Außerdem sollen offenbar die ganz großen Penthousewohnungen verkleinert werden, wodurch die Gesamtzahl der Einheiten steigen würde. Und das wiederum hätte Auswirkungen auf die Zahl der zu bauenden Sozialwohnungen – schließlich gilt in Aachen da die Verpflichtung, bei Wohnprojekten eine Quote von 20 Prozent zu erfüllen.

Diese ganzen Unwägbarkeiten kritisierte am Donnerstagabend insbesondere Ratsherr Michael Rau (Grüne), der eine „Lawine von Änderungen“ befürchtet und „das Projekt im Moment ganz schön gefährdet“ sieht. Auf Raus Betreiben hin beschloss der Ausschuss einige Auflagen, um sicherzustellen, dass das Vorhaben an der Beverstraße auch mit einem neuen Vorhabenträger in die gewünschte Richtung steuert. Rau: „Wir freuen uns natürlich über auswärtige Investoren in Aachen, aber wir kennen den Investor nicht und wissen gar nichts über ihn.“

Beschlossen wurde einstimmig, dass die zu bauenden 35 Sozialwohnungen nun auf mindestens drei verschiedene Stellen in dem Wohnkomplex verteilt werden müssen. Zuletzt hatte der Investor gewünscht, sie in einem Gebäuderiegel konzentrieren zu dürfen. Von diesem Wunsch habe er aber wieder Abstand genommen, hieß es jetzt.

Sollten bei steigender Wohnungsgesamtzahl mehr geförderte Wohnungen notwendig werden, sollen diese – wie jetzt bekannt wurde – an anderer Stelle in Aachen gebaut werden. Allerdings will die Politik dafür eine zusätzliche Bürgschaft haben. Und nicht zuletzt müssen Änderungen am architektonischen Konzept, insbesondere was die Fassade angeht, jeweils dem Ausschuss vorgelegt werden.

Peinlicher Verwaltungsvorschlag

Ob dies den Verkauf beeinträchtigt? Von der Verwaltung war im Ausschuss zu hören, der potenzielle Käufer habe angekündigt, man sei zu keinen weiteren Zugeständnissen mehr bereit, sonst platze das Projekt. Der Ausschussvorsitzende Harald Baal (CDU) bleibt gleichwohl gelassen. „Eigentlich sind das nur Kleinigkeiten“, sagte er am Freitag auf Anfrage. In Sachen Kronprinzenquartier sei er jedenfalls „guter Dinge“. Ausgesprochen schlecht zu sprechen war die Politik allerdings auf die Verwaltung.

Denn die hatte allen Ernstes vorgeschlagen, angesichts des Verzichts auf teure Eigentumswohnungen auch auf die im Zuge des Bauprojekts geplante Verschönerung der Goerdelerstraße zu verzichten. Frei nach dem Motto: Wenn da keine reichen Leute hinziehen, kann alles so hässlich bleiben, wie es ist. Das erntete entsetztes Kopfschütteln und einen weiteren einstimmigen Beschluss: Die Goerdelerstraße wird geliftet.

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