Aachen - „Kronprinzen-Quartier“: Eltern und Erzieherinnen bangen um Freiflächen

„Kronprinzen-Quartier“: Eltern und Erzieherinnen bangen um Freiflächen

Von: Matthias Hinrichs
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Kleine Menschenkette gegen große Pläne: Kinder, Eltern und Erzieher der Kita „Mittendrin“ wollen für ihre Spielfläche kämpfen. Foto: Herrmann

Aachen. „Mittendrin“ – der Name ist seit 15 Jahren Programm in der Kindertagesstätte der AWO an der Goerdelerstraße. Jetzt aber fürchten Kinder, Eltern und Erzieher(innen), dass die Einrichtung im Zuge der geplanten Realisierung des „Kronprinzen-Quartiers“ auf dem ehemaligen Finanzamtsgelände zwischen Bahnhof Rothe Erde und Bismarckstraße in eine prekäre Randlage gedrängt werden könnte.

Das aktuelle Konzept zur Verlagerung der Außenflächen stand am Dienstag im Blickpunkt einer ebenso konstruktiv wie emotional geführten Diskussion zwischen Betroffenen, Planern und Politikern. Wobei auch Letztere – allen voran OB Marcel Philipp, der sich ebenso wie Bürgermeisterin Hilde Scheidt (Grüne) sowie die Ratsherren Harald Baal (CDU), Norbert Plum (SPD) und Andreas Müller (Linke) zum Ortstermin eingefunden hatte – durchaus keine Patentlösungen, aber eine intensive Beteiligung bei der Entscheidungsfindung zusicherten.

Wie berichtet, sollen auf der riesigen Brache zwischen Bever- und Goerdelerstraße ab Anfang 2014 bis zu 200 Wohnungen entstehen. Der Knackpunkt: Das Quartier soll dergestalt erschlossen werden, dass kein Platz mehr bleibt für düstere „Angsträume“, in denen – wie derzeit – Dealer und andere dunkle Gestalten ihr Unwesen treiben.

Was bei den Eltern (wie das Projekt im Ganzen) freilich dankbar zur Kenntnis genommen wird. Anders als die konkreten Pläne zur Umsetzung: Unter anderem soll nämlich von der Goerdelerstraße her ein gut vier Meter breiter Fuß- und Radweg geschaffen werden.

Dafür aber müsste der etwa 1600 Quadratmeter große Außenbereich der Kita inklusive Spielplatz und viel Grün hinter die bestehende Bebauung an der Goerdelerstraße verlegt werden. „Das lässt sich mit unserem pädagogischen Anspruch als Bewegungskindergarten keinesfalls vereinbaren“, betonte Yeliz Erdogan, Vorsitzende des Elternrats, im Schulterschluss mit Kita-Leiterin Daniela Bejan und deren Vorgängerin Nassim Navvabi, heute Leiterin des AWO-Projekts „Mile“ (Miteinander-Leben in der Goerdelerstraße). Das geplante Areal sei nicht gut einsehbar, eine angemessene Aufsicht daher nicht mehr möglich. „Unsere Kinder würden in ihrer individuellen Entfaltung erheblich eingeschränkt“, monierte eine Erzieherin mit Nachdruck. Komme hinzu, dass der Freiluftbereich rund 300 Quadratmeter kleiner ausfallen würde als bislang, wie Architekt Dirk Zweering vom Planungsbüro „kadawittfeld“ darlegte.

Vorläufiges Fazit: Zumindest dem vielfach geäußerten Vorwurf, die Betroffenen seien bislang gar nicht in die Überlegungen einbezogen worden, wollen die Verantwortlichen jetzt entschieden entgegentreten. Allerdings müsse das gesamte Projekt zunächst im Kinder- und Jugendausschuss (Dienstag, 16. Juli) und im Planungsausschuss des Rates (Donnerstag, 18. Juli) erörtert werden, bevor die Bürger wieder zum Zuge kämen. Voraussichtlich ab Anfang August soll die Gesamtplanung ausgelegt werden. Und zumindest dieses Versprechen des SPD-Planungsexperten Plum erntete bei allen Politiker-Kollegen Zustimmung: „Wir haben verstanden. Und ich bin sicher, dass wir gemeinsam einen Kompromiss finden werden.“

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