„Krokodil“ soll CDU den Frieden bringen

Von: Albrecht Peltzer
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CDU-Fraktions-Vize Ralf Otten: „Wir werden intern regeln, wie wir öffentlich reagieren.“
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Partei-Vize Heinz Lindgens: „Es gibt keine Verschwörung gegen Harald Baal oder die Parteivorsitzende.“

Aachen. Dass sich die Mitglieder der CDU-Fraktion derzeit „zum Fressen gern“ haben, will niemand ernsthaft behaupten. Dass sie sich am Mittwoch aber in der Gaststätte „Zum Krokodil“ zum Meinungsaustausch treffen, gibt der Situation eine besondere Note.

Das Pikante: Neben Parteivorsitzender Ulla Thönnissen, dem Ehrenvorsitzenden Kurt Malangré und Oberbürgermeister Marcel Philipp ist die gesamte Fraktion eingeladen – also auch Harald Baal. Der hat jedoch nach eigener Aussage zu dem Zeitpunkt eine andere terminliche Verpflichtung. Seine Teilnahme ist eher ungewiss.

Es ist Tag eins nach einem Wochenende, das im Zeichen der „neuen medialen Entwicklung“ stand, wie es CDU-Fraktions-Vize Ralf Otten am Montag sagte. Harald Baal, den 16 von 28 Fraktionskollegen als Fraktionsvorsitzenden abgelöst sehen wollen, hatte am Samstag in der AZ erstmalig umfassend zum Bruch in der Fraktion Stellung genommen. Und gemutmaßt, dass nicht nur der stellvertretende Parteivorsitzende Heinz Lindgens die „treibende Kraft“ hinter der möglichen Baal-Ablösung sei, sondern auch, dass es eigentlich nicht um ihn als Vorsitzenden, sondern um einen Wechsel im politischen Kurs gehe.

Eine Chance, das zu kommentieren, haben die Baal-Gegner auch größtenteils verstreichen lassen. Bereits am Freitag war eine Stellungnahme der 16 Ratspolitikerinnen und Ratspolitiker öffentlich geworden, die dann aber flugs von den Initiatoren wieder zurückgezogen worden war. Begründung: Es habe noch internen Abstimmungsbedarf gegeben.

Im Klartext: Das Schreiben kannten nicht alle Mitglieder der Baal-Opposition. „Die Herausgabe war ein Fehler“, sagte Ralf Otten, gemeinsam mit Baals möglicher Nachfolgerin Maike Schlick ebenfalls Fraktionsvize und eine Art Sprecher der Gegner. Man habe jetzt jedem die Möglichkeit geben wollen, zum Inhalt des Papiers Stellung zu nehmen. Wie man jetzt „medial reagiere“, werde intern abgestimmt, bevor etwas nach außen gelange. Dieser Prozess sei noch nicht abgeschlossen.

Heinz Lindgens reagierte betont gelassen auf die Interpretation von Harald Baal, der ehemalige Personaldezernent der Stadt und frühere Referent des damaligen OB Malangré sei der starke Mann hinter der Opposition. „Es gibt keinerlei Verschwörungen, weder gegen Harald Baal, noch gegen die Parteispitze.“ Baal hatte gemutmaßt, dass nicht nur er, sondern langfristig auch Ulla Thönnissen aus dem Amt gedrängt werden sollten.

Lindgens: „Ich habe überhaupt kein Problem mit Ulla Thönnissen.“ Er hätte sich gewünscht, der Noch-Fraktionsvorsitzende hätte „etwas selbstkritischere Töne“ in dem AZ-Interview gefunden. „Das, was er gesagt hat, ist dann doch zu kurz gesprungen.“ Den Rechtsruck, den Baal vermute, werde es nicht geben. „Davon war nie die Rede“, betonte Heinz Lindgens.

Parteivorsitzende Ulla Thönnissen geht nach diesem Wochenende optimistischer in die nächsten Tage. Sie habe viele Gespräche geführt. Und die seien von Offenheit und Vernunft geprägt gewesen. „Mir geht es darum, so schnell wie möglich wieder eine funktionierende Fraktion im Stadtrat zu haben. Das muss unser Ziel sein.“

Dass das Ziel schneller erreicht werden kann, als noch vor Tagen gedacht, davon ist Thönnissen überzeugt. „Wir sind auf einem guten Weg.“ Fragt sich nur, ob die noch gegnerischen Lager beim Treffen im Krokodil auf Versöhnungskurs gehen, oder ob sie sich die Zähne zeigen...

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