Krönungsmahl: 23.000 Euro für die Rathaussanierung

Von: Christoph Classen
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Tolle Atmosphäre: das Aachener Krönungsfestmahl. Foto: A. Herrmann

Aachen. Marcel Philipp möchte ein Vorbild sein. Deswegen begrüßte der neue Oberbürgermeister die etwa 270 Gäste des Aachener Krönungsmahls folgendermaßen im Foyer des Rathauses: „Fühlen Sie sich wie zu Hause! Ich tue es mittlerweile auch.”

Natürlich wurden für die siebte Auflage der Tafelrunde die Tische im Krönungssaal gedeckt. Nicht nur weil das Ambiente gediegen ist, sondern auch, weil der Großteil des Erlöses aus dem Kartenverkauf für die Rathaussanierung verwendet wird. Doch beinahe hätte sich der veranstaltende Rathausverein diesmal doch tatsächlich einen alternativen Standort für sein abendfüllendes Dinner suchen müssen.

Zunächst verengte nämlich der Umbau des Marienturms den Arbeitsplatz von Quellenhof-Sternekoch Jeroen Rumpen und seiner Mannschaft dramatisch, und dann sorgte ein Brandschutzbeauftragter im Vortag des Krönungsmahls mit den Worten „So geht das alles nicht” für Aufregung.

Georg Helg, Mitbegründer des Rathausvereins, verriet das erst ganz spät am Abend, als im Kräutersud gegartes Kalbsfilet und kross gebratene Entenbrust schon längst den ihnen vorbestimmten Weg angetreten hatten.

Doch bevor es hinauf in den Krönungssaal ging, führte Helg durch die unteren Rathaus-Räume. Grundlegende Erkenntnis dabei: Ja, es ist schon viel geschehen. Ja, es gibt noch einiges zu tun. Letzteres Vorhaben unterstützen die Gäste des Krönungsmahls, denen Trompeter Thomas Wipprecht schließlich das Startsignal gab. Beschwingt von den Klängen der Stadthymne „Urbs aquensis”, ging es die Treppen hinauf.

Dort begrüßte Marcel Philipp erneut. Er erinnerte daran, dass es einst Glühbirnen waren, die die Säulen des Krönungssaales ummantelten. 1440 Glühbirnen. Und unabhängig davon, dass die Leuchtkörper dank EU-Beschluss „nicht mehr ganz politisch korrekt” seien, hätten sie auch Veranstaltungen nicht mehr ins rechte Licht rücken können.

Der Oberbürgermeister dankte jedenfalls dem Rathausverein, dass er rund 250.000 Euro für eine neue Beleuchtungsanlage bereitstellte. „Ich mache jetzt Platz für die Vorspeise”, sagte Philipp schließlich. Und nicht nur für die, sondern auch für Vier-Sterne-General Egon Ramms, Kommandeur des Allied Force Command in Brunssum. Der hielt nämlich am Freitag den Festvortrag.

Ramms sprach über die Nato im Allgemeinen und den Einsatz in Afghanistan im Speziellen. „Unsere Aufgabe ist es”, sagte Ramms, „die nationalen Streitkräfte für diese Aufgabe richtig auszurüsten.” Alle Mittel, die zum Einsatz kommen, müssten ein gemeinsames Ziel verfolgen. Ramms: „Ich verrate hier kein Geheimnis, wenn sage, dass das in der Nato nicht immer der Fall ist.” Die Zukunft des Bündnisses entscheide sich an der Frage, ob die Mitgliedsstaaten gewillt seien, ihre Verantwortung wahrzunehmen. „Und ich behaupte: Afghanistan ist der Test für diese Frage”, sagte Ramms.

Nach der Beleuchtung der sicherheitspolitischen Lage, ging es dann wieder um die des Krönungssaals. Heinz Spees demonstrierte die Leistungsfähigkeit der neuen Anlage. Dabei hatte der Rathaus-Hausmeister nicht nur die Technik, sondern auch das Publikum im Griff. Heinz Spees: Deckenfluter, Gäste: „Ah!” Heinz Spees: Bühnenlicht, Gäste: „Oh!” Heinz Spees: Freskenbeleuchtung, Gäste: Applaus.

Den gab es auch für Kiveli Dörken, Antje Thiele und Isabel Laudan. Die jungen Damen, allesamt Preisträger und Stipendiaten der Deutsche Stiftung Musikleben besitzen ein beneidenswertes Talent im Umgang mit Klavier und Querflöte. Und schließlich gab es noch Applaus für das Küchen- und Serviceteam, das auch unter erschwerten Bedingungen eine exzellente Leistung bot. Einfach vorbildlich.
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